Mitten in einer Fabrikhalle stehen Menschen. Um sie herum Maschinen, Förderbänder und Werkstücke. Die Menschen sind echt, doch nichts um sie herum ist real. In der Enterprise bei Star Trek war das Holodeck noch eine ferne Zukunftsvision. Jetzt hat die Technische Universität erstmals ihr Holodeck der Öffentlichkeit präsentiert.
Die TU Dresden eröffnete diesen ungewöhnlichen Forschungsraum zusammen mit einem zweiten neuen Labor – einem Labor für Quantentechnologie. Beide Einrichtungen sollen helfen, künftige Kommunikations- und Arbeitswelten besser zu verstehen und neue Technologien zu entwickeln.
Wenn Quantenphysik Kommunikation verändert
Gleichzeitig eröffnete die TU Dresden das "Quantum Communication, Computing, and Sensing Lab“, ein Labor für Quantentechnologie. Quanten sind kleinste Teilchen, deren Verhalten anderen physikalischen Regeln folgt als die Dinge unseres Alltags. Genau deshalb gelten sie als vielversprechend für neue Kommunikations- und Computertechnologien. "Unser Ziel ist es, über isolierte Quantenanwendungen hinauszugehen und stattdessen integrierte Systeme zu schaffen, in denen Kommunikation, Rechnen und Sensorik zusammenwirken, um echte kommerzielle Anwendungen zu ermöglichen", sagt Juniorprofessor Riccardo Bassoli, der an der TU Dresden zu künftigen Kommunikationsnetzen und Quantentechnologien forscht. Dieser Ansatz solle neu definieren, was künftige Netze wie 6G leisten können.
Das klingt noch sehr technisch, könnte künftig aber direkte Folgen für den Alltag haben. Quantenkommunikation gilt als besonders sicher, weil Manipulationen oder Abhörversuche physikalisch nachweisbar wären. Forschende hoffen deshalb auf neue Standards für Datensicherheit und Kommunikation. Gefördert wurden beide Labore vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Freistaat Sachsen.