Nach einer Herzoperation landet man doch automatisch auf der Intensivstation – oder? Das Herzzentrum Leipzig zeigt seit 20 Jahren, dass das nicht immer so sein muss. Herzoperationen gelten als besonders belastende Eingriffe. Umso naheliegender erscheint die Annahme, dass danach automatisch eine intensivmedizinische Betreuung folgt. Doch seit 2005 verfolgt das Zentrum einen anderen Ansatz.
Das Konzept heißt ERACS, kurz für „Enhanced Recovery After Cardiac Surgery“. Auf Deutsch etwa: beschleunigte Erholung nach herzchirurgischen Eingriffen. Statt routinemäßig auf die Intensivstation kommen viele Patienten zunächst in einen spezialisierten Aufwachraum, die sogenannte Post-Anesthesia Care Unit (PACU). Dort betreut anästhesiologisches Fachpersonal die Patienten in den ersten Stunden nach der Operation und überwacht ihre Stabilisierung engmaschig.