Sechs Monate nach dem Kreuzbandriss: Dynamo-Comeback rückt näher
Kenneth Schmidt ist bei Dynamo Dresden inzwischen fest in den Trainingsalltag eingebunden – allerdings noch nicht gemeinsam mit der Mannschaft. Sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss absolviert der 23-Jährige individuelle Einheiten und steigert seine Belastung. Für einen Einsatz ist es trotzdem noch zu früh.
Der nächste Schritt soll im Trainingslager folgen
Auf dem Platz ist Schmidt mittlerweile regelmäßig aktiv. Läufe gehören ebenso zu seinem Programm wie Sprints, Sprünge über Hürden und erste Übungen mit dem Ball. Während seine Teamkollegen im Mannschaftstraining arbeiten, absolviert der Abwehrspieler jedoch weiterhin ein separates Programm.
Seit fünf Wochen ist Schmidt nun bei Dynamo im individuellen Aufbau. Trainer Thomas Stamm sieht dabei eine positive Entwicklung, will den Genesungsprozess aber nicht beschleunigen.
„Mit der Mannschaft hat er noch nicht trainiert. Wir haben ihn jetzt die fünfte Woche hier. Nach dem ersten Step in der Reha ist er jetzt bei uns im Aufbau“, sagte Stamm. Entscheidend sei, dass Schmidt die Belastungen Schritt für Schritt vertrage. Ein Vorsprung gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen Zeitplan sei nach Einschätzung des Trainers nicht vorhanden: „Aber es ist jetzt nicht ansatzweise der Fall, dass wir sagen, wir sind gerade im Zeitplan voraus. Wir sind gut dabei und gehen mit ihm 100 Prozent in die Richtung Trainingslager.“
Dezember bleibt eine mögliche Marke
Wann Schmidt wieder in einem Pflichtspiel eingesetzt werden kann, lässt Stamm bewusst offen. Eine erste Möglichkeit könnte sich im Dezember ergeben – allerdings nicht zu Beginn des Monats.
„Da reden wir dann aber wirklich von Mitte Dezember. Dann kann es schneller gehen, aber wir machen da das Tempo“, erklärte der Coach.
Damit könnte Schmidt bereits vor Januar einzelne Schritte mit der Mannschaft machen. Voraussetzung wäre, dass sein Körper die zusätzlichen Belastungen problemlos verkraftet. Stamm hält solche Einheiten grundsätzlich für möglich, sieht seinen Spieler aber noch nicht unmittelbar vor der Rückkehr.
„Das wäre schön, wenn er davor gewisse Trainingseinheiten mitmachen könnte. Da muss man auch schauen, wie verkraftet er das. Also, er ist schon noch weit davon entfernt, dass man sagen könne, er ist eine Option“, sagte Stamm.
Dynamo setzt auf intensive Betreuung
Schmidt wird bei seinem Aufbau eng begleitet. Jose Portela, Matthias Grahé und die Physioabteilung arbeiten gemeinsam mit dem 23-Jährigen an den nächsten Schritten. Stamm verweist dabei auf die Möglichkeit, Schmidt umfassend zu betreuen: „So können wir ihn rund um die Uhr betreuen.“
Der Trainer kennt Schmidt bereits aus seiner Zeit in Freiburg. Nun soll der Spieler bei Dynamo nach dem Kreuzbandriss behutsam wieder an das Mannschaftsniveau herangeführt werden.
Verpflichtung trotz langer Reha
Dass Dynamo Schmidt langfristig eingeplant hat, war bereits bei seiner Verpflichtung deutlich geworden. Sportchef Sören Gonther hatte damals mit Blick auf die Verletzung des 23-Jährigen gesagt: „Ohne Kreuzbandriss wäre Kenneth Schmidt für uns nicht realisierbar gewesen“.
Die aktuelle Entwicklung entspricht damit dem langfristigen Ansatz. Schmidt ist wieder auf dem Trainingsplatz, eine kurzfristige Rückkehr in den Spielbetrieb steht aber noch nicht an. Als Orientierung dienen zunächst weitere Fortschritte im Aufbau und das Trainingslager im Januar.