Beim Prozess in Litauen gegen fünf mutmaßliche Versender von Brandsätzen in Kurierpaketen ist durch die Befragung eines Unternehmensvertreters von DHL deutlich geworden, wie knapp man im Juli 2024 einem Zwischenfall an Bord eines Frachtflugzeugs entkam. Dass das Paket mit dem Brandsatz noch am Boden im DHL-Logistikzentrum am Flughafen Leipzig und nicht während des Fluges in Brand geraten ist, sei auf die Verspätung der Maschine zurückzuführen gewesen.
«Wir hatten Glück, dass das Flugzeug Verspätung hatte. Es sollte um 5.30 Uhr abfliegen, und die Brandvorrichtung detonierte um 5.43 Uhr», sagte der als Zeuge geladene DHL-Vertreter einem Bericht der Agentur BNS zufolge vor Gericht in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Er fügte hinzu, dass die Folgen weitaus gravierender gewesen wären, wenn das Feuer während des Fluges ausgebrochen wäre. Das Paket fing demnach kurz vor dem Verladen Feuer.
Der DHL-Vertreter erläuterte demnach bei der Befragung weiter, wie zwei der insgesamt vier mutmaßlich von den Angeklagten im Interesse des russischen Geheimdienstes verschickten Brandsätze über den Kurierdienst versendet wurden. Einer davon entzündete sich am Flughafen Leipzig und setzte einen Frachtcontainer in Brand, der andere in einem Lagerhaus in Großbritannien. Der betreffende Container hat demnach 140 Pakete enthalten.