Nach dem AfD-Parteitag in Erfurt hat sich AfD-Chef Tino Chrupalla gegen eine Abschaffung der Doppelspitze in seiner Partei gestellt. Bei der Vorstellung seiner Autobiografie «Handwerk - Meister - Politik» in Berlin verwies der Politiker aus Sachsen auf Erfolge der vergangenen Jahre im Führungsduo mit Alice Weidel.
Geht's der Kuh zu gut, dass sie aufs Eis will?
«Warum soll man dieses Erfolgsmodell infrage stellen», sagte er. «Da habe ich so ein bisschen den Eindruck, der Kuh geht's zu gut, jetzt geht sie aufs Eis Schlittschuhlaufen.» Die AfD habe ihre Wahlergebnisse in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt. Die Wahlergebnisse beim Parteitag - Weidel ging gestärkt daraus hervor, Chrupalla mit einem Dämpfer - wurden als Fingerzeig auf eine mögliche Einzelspitze gedeutet.
Chrupalla sprach zwar von einer berechtigten Frage und äußerte die Erwartung, dass es darüber in den kommenden Jahren eine neue Diskussion und auch eine Entscheidung geben könnte, brachte aber gleichzeitig seine Skepsis zum Ausdruck: «Wenn die Partei sagt, wir wollen jetzt eine Einerspitze haben, muss die Frage ja auch gestattet sein, werden wir dann noch erfolgreicher? Schaffen wir dann 40 Prozent im Bund?»