Ein Nachfahre der jüdischen Familie Simson, Dennis Baum, will bei einer Protestkundgebung gegen den AfD-Parteitag am Samstag sprechen. Bei einem Besuch in Suhl kündigte der 82-Jährige an, nicht bei einem Protest mitzulaufen, jedoch bei einem «Fest der Demokratie» sprechen zu wollen.
Der Sprecher der heute in den USA lebenden Familie befindet sich auf einer Deutschland-Reise. In Suhl besuchte er unter anderem das Stadtarchiv. Zudem trug er sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Am Donnerstag sprach er bereits unter anderem in der Neuen Synagoge in Erfurt. Dabei sprach er sich gegen eine politische Vereinnahmung des Namens Simson, der auch für eine bekannte Moped-Marke steht, durch die AfD aus.
Die in Suhl produzierten Mopeds der Marke Simson wie «Schwalbe» oder S50/51 sind bei vielen Jugendlichen Kult und stehen für ostdeutsches Lebensgefühl und Mobilität. Immer wieder zeigen sich AfD-Politiker nicht nur in Thüringen mit den Mopeds oder organisieren Ausfahrten.
Das Werk, in dem in der DDR Mopeds der Marke Simson gebaut wurden, geht auf die jüdischen Brüder Simson zurück. Es ist damit Teil der jüdischen Geschichte Thüringens. Die Familie war 1936 von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben worden und in die USA geflohen.