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Kulturpolitische Streitthemen prägen Leipziger Buchmesse

Kulturpolitische Streitthemen prägen Leipziger Buchmesse
Die Buchmesse wird am Abend mit einem Festakt eröffnet. (Archivbild) / Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Von: DieSachsen News
Drinnen soll gefeiert werden, draußen protestiert. Der Festakt zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse wird von einer Demonstration begleitet. Im Zentrum der Kritik: der Kulturstaatsminister.

Die Leipziger Buchmesse steht in diesem Jahr unter dem Eindruck eines schwächelnden Buchmarktes und erhitzter kulturpolitischer Debatten. 2025 war der Buchhandelsumsatz um 2,9 Prozent um Vergleich zum Vorjahr gesunken. «Auch im aktuellen Jahr 2026 erreichen die Umsätze noch nicht das Vorjahresniveau», sagte Peter Kraus vom Cleff, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, vor Beginn des Branchentreffs. Das Konsumklima sei sehr schlecht.

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Sorge über kulturpolitische Entwicklungen

«Mit großer Sorge beobachten wir auch die aktuellen kulturpolitischen Entwicklungen», sagte Kraus vom Cleff und schickte mehrere «Frühjahrswünsche» hinterher: Die 1912 in Leipzig gegründete Deutsche Nationalbibliothek möge ihren dringend nötigen fünften Erweiterungsbau bekommen und alle 118 von der Jury ausgewählten Buchhandlungen sollten den Buchhandelspreis erhalten, «sei es nach einem Gerichtsverfahren oder durch Einsicht».

Damit spielte der Hauptgeschäftsführer auf zwei Entscheidungen des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer (parteilos) an, die zuletzt für Aufregung gesorgt haben. Weimer ließ drei linke Buchläden wegen «verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse» von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis streichen. Dann sagte er die auf der Buchmesse geplante Verleihung komplett ab.

Vorige Woche teilte die Nationalbibliothek zudem mit, dass Weimer ihrem lange geplanten Anbau eine Absage erteilt habe. Am Mittwoch erklärte der Kulturstaatsminister nun, es handele sich lediglich um ein «Moratorium». Es bedeute nicht, dass der Erweiterungsbau gestrichen sei. Weimer wird im Rahmen der Buchmesse unter anderem am Donnerstagabend in der Nationalbibliothek an einer Podiumsdiskussion zur Meinungsfreiheit teilnehmen. Es sind Proteste angekündigt.

Stabile Ausstellerzahlen bei der Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse selbst zeigt sich in den bewegten Zeiten robust. Messe-Geschäftsführer Martin Buhl-Wagner sagte, es seien in diesem Jahr 2.044 Aussteller in Leipzig dabei (Vorjahr: 2.040 Aussteller). Sie kommen aus 54 Ländern. Die Ausstellungsfläche sei leicht ausgeweitet worden. «Wachsende Fläche, stabile Ausstellerzahlen - das ist keine Selbstverständlichkeit in einem Markt, der unter Druck steht», erklärte Buhl-Wagner. 

Die nach Frankfurt zweitgrößte Buchmesse öffnet von Donnerstag bis Sonntag ihre Pforten für die Besucherinnen und Besucher. Die Veranstalter rechnen mit rund 300.000 Gästen auf der Messe um dem dazugehörigen Lesefestival «Leipzig liest». Statt eines Gastlandes hat die Messe in diesem Jahr ein sogenanntes Fokusthema ausgewählt: Der Donauraum wird Thema in zahlreichen Buchvorstellungen und Diskussionsrunden sein.

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