Die Leipziger Buchmesse hat erstmals in ihrer Geschichte mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher angezogen. Wie die Veranstalter am letzten Messetag mitteilten, kamen rund 313.000 Gäste zur Buchmesse, dem dazugehörigen Lesefestival «Leipzig liest» und der Manga-Comic-Con. Damit übertraf die Messe den bisherigen Rekordwert aus dem Vorjahr deutlich um 17.000 Besucherinnen und Besucher. Vier Tage lang hatten sich 2.044 Aussteller aus 54 Ländern in Leipzig präsentiert.
Kritik am Kulturstaatsminister
Dazu kommen politische Turbulenzen, ausgelöst von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Für seine Entscheidung, drei linke Buchläden aus Berlin, Bremen und Göttingen wegen nicht näher benannter «verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse» von der Nominierungsliste für den Deutschen Buchhandlungspreis zu streichen, wurde er bei der Eröffnung der Messe von Teilen des Publikums ausgebuht.
Eigentlich hätte der Preis erstmals auf der Buchmesse verliehen werden sollen. Der Kulturstaatsminister sagte die Veranstaltung allerdings komplett ab und schlug vor, den Preis im nächsten Jahr weiterzuentwickeln.
Termin für die nächste Buchmesse steht
Der Gegenwind für Weimers Vorgehen zog durch die Messe. So nutzte die in der Sowjetunion geborene neue Trägerin des Preises der Leipziger Buchmesse, Katerina Poladjan, ihre Dankesrede für kritische Worte: «Sie müssen mir nachsehen, dass ein staatliches Handeln, das sich auf diffuse Verweise, auf nicht näher benannte geheimdienstliche Erkenntnisse beruft, bei mir ein tief verwurzeltes Unbehagen und dunkle Erinnerungen weckt. Dunkle Erinnerungen an eine erstickende Atmosphäre der Unsicherheit und Ohnmacht.»
Im nächsten Jahr wird die Leipziger Buchmesse vom 18. bis 21. März veranstaltet. Zuvor steht im Herbst vom 7. bis 11. Oktober mit der Frankfurter Buchmesse das zweite große Branchentreffen des Jahres an.
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