Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) lassen zwei prägende Künstlerpersönlichkeiten der Jahrhundertwende um 1900 in einen Dialog treten. Paula Modersohn-Becker (1876–1907) und Edvard Munch (1863–1944). Im Albertinum der SKD sind ab diesem Sonntag bis Ende Mai 151 Werke zu sehen, teilten die Kunstsammlungen mit. Die Schau vereint Gemälde, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen, darunter auch Arbeiten von Vincent van Gogh, Auguste Rodin, Ernst Ludwig Kirchner und Lucas Cranach dem Älteren.
Höchste Zeit für Ehrung Modersohn-Beckers in Dresden
Nach den Worten von SKD-Generaldirektor Bernd Ebert stieß die Schau schon im Vorfeld auf eine große Resonanz. Dresden sei eine feste Bezugsgröße im Leben von Paula Modersohn-Becker. Sie sei hier aufgewachsen und immer wieder in ihre Geburtsstadt zurückgekehrt. Zu Lebzeiten sei ihr eine Ausstellung hier verwehrt geblieben, und auch bis zum heutigen Tag habe es so etwas nicht gegeben. Die Gegenüberstellung mit Edvard Munch unterscheide Dresden zudem von anderen Ausstellungen zu Ehren Modersohn-Beckers 2026.
Es gibt keine Belege, dass sich Modersohn-Becker und Munch jemals begegnet sind. Die Dresdner Kuratorin Birgit Dalbajewa geht aber davon aus, dass die Künstlerin gerade in Berlin als regelmäßige Besucherin von Ausstellungen über das Schaffen Munchs informiert war. Beide hätten versucht, das Leben in ihre Bilder zu bannen. Im Unterschied zu anderen Künstlern dieser Zeit hätten sie ihre ganz eigenständige, unverwechselbare Form gesucht, unkonventionelle Beobachtungen, Wahrnehmungen oder Gefühle in anderer Form umzusetzen.