Die Stiftung Haus Schminke im ostsächsischen Löbau hat mit einem exklusiven Angebot den Nerv des Publikums getroffen. Die Möglichkeit, in dem von Hans Scharoun (1893 - 1972) entworfenen Bau der klassischen Moderne zu übernachten, werde ausgesprochen gut wahrgenommen, sagte Stiftungsmitarbeiterin Julia Bojaryn. Für 2026 sind bereits mehr als die Hälfte der verfügbaren Termine bis in den Herbst hinein reserviert. Die Chance, ein solches Architekturdenkmal zu nutzen, als wäre es das eigene Haus, «gibt es nicht oft».
Der Löbauer Nudelfabrikant Fritz Schminke hatte das Haus für seine sechsköpfige Familie in Auftrag gegeben. Das Werk von Hans Scharoun aus dem Anfang der 1930er Jahre zählt zu den vier weltweit wichtigsten Wohnhäusern der klassischen Moderne - zusammen mit Haus Tugendhat von Mies van der Rohe im tschechischen Brno, Villa Savoye von Le Corbusier in Poissy bei Paris sowie Haus Fallingwater von Frank Lloyd Wright in Pennsylvania. «Wir freuen uns, in dieser Liga mitzuspielen», sagte Bojaryn.