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Sandra Hüller sieht sich als «thüringische Europäerin»

Sandra Hüller sieht sich als «thüringische Europäerin»
Aktuell ist Sandra Hüller etwa mit dem Film «Vaterland» in den Kinos zu sehen. (Archivbild) / Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Von: DieSachsen News
Sandra Hüller spricht in einem Interview über ihre Identität, den Umgang mit Heimat und Verantwortung – und ihr Verhältnis zur DDR.

Sandra Hüller sieht sich in erster Linie als Thüringerin und Europäerin. «Ich persönlich identifiziere mich nicht als Deutsche. Ich würde sagen, ich sehe mich als thüringische Europäerin oder europäische Thüringerin. Aber ich finde: Wenn man in diesem Land geboren ist, trägt das eine Verantwortung in sich. Die kann man nicht einfach ignorieren», sagte die Schauspielerin im Interview mit der «Süddeutschen».

Diese Verantwortung habe aber auch eine Grenze. «Ich kann mich nicht jedes Mal für Thüringen und irgendwelche Wahlentscheidungen rechtfertigen», so Hüller. Auf die Frage, ob sie finde, dass ein Schatten über Thüringen liege, sagte sie: «Ich bin oft da, weil Teile meiner Familie da leben. Ich weigere mich, anzuerkennen, dass da ein Schatten drüber liegt. Ich glaube, dass Thüringen mehr kann als das.»

Die international gefragte Darstellerin («Vaterland», «Project Hail Mary») erklärte, im Austausch mit Menschen aus anderen Ländern immer wieder mit ihrem Deutsch-Sein konfrontiert zu werden. «Viele Gespräche drehen sich um deutsche Politik in der Vergangenheit und in der Jetztzeit.»

Gefühl des Nachhausekommens fehlt

In dem Interview sprach Hüller auch über ihre Erinnerungen an die DDR. Die 1978 im thüringischen Suhl geborene und nahe Rudolstadt aufgewachsene Schauspielerin antwortete auf die Frage, ob sie überhaupt das Gefühl habe, nach Hause kommen zu können: «Das geht nicht, das Land existiert ja nicht mehr.»

In Anspielung auf eine Szene mit einem Kinderchor im Film «Vaterland» (Regie: Pawel Pawlikowski) erinnert sich die Oscar-nominierte Schauspielerin auch an das Singen der DDR-Nationalhymne «Auferstanden aus Ruinen»: «Diese politischen Rituale haben wir alle vollzogen. Als die DDR aufgehört hat zu existieren, war ich in einem Alter, in dem ich das nicht reflektieren konnte.» 

Sie habe sich damals nicht von diesen Ritualen distanzieren können, dazu sei man als Kind nicht in der Lage. Es habe sie berührt, dass Regisseur Pawlikowski es geschafft habe, «diese Euphorie, diesen Enthusiasmus des Anfangens einzufangen. Ich glaube, das kommt dem Kindergefühl recht nahe.»

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