Natürlich geht man manchmal essen, um satt zu werden. Aber ausgehen ist was anderes. Da will man zwar auch was essen, gerne auch was trinken – aber das gewisse Extra ist das Drumherum. Je nach Ort und Anlass kann das was ganz Besonderes sein wie ein von Kochkünstlern (m/w/d) komponiertes Essen in mehreren Gängen. Das kann auch ein Abend mit besonderen Weinen sein, die man immer schon mal probieren wollte – aber sie in der Zusammenstellung beispielsweise noch nie ins Glas bekommen hatte. All das passiert in der Regel (und je nach Situation) allein, zu zweit oder mit ein, zwei Freunden – also: irgendwie zusammen. Es gibt aber noch die ganz andere Möglichkeit, wo man (allein, zu zweit oder mit ein, zwei Freunden) ausgeht, um einen Mix aus all diesen Dingen zu genießen, bei dem aber on top noch etwas kommt, was man mit Geld nicht bezahlen kann: Atmosphäre.
Solche Orte und Gelegenheiten gab es früher® mehr als heute. Die „Weetschaff op d’r Eck“, die Eckkneipe also, hat die Kölner Gruppe Bläck Föös in heimischem Dialekt mehrfach besungen. Die Viertelskneipen waren natürlich Treffpunkte zum Trinken (und Sattwerdenessen) – aber sie waren eben auch Orte, an denen bestenfalls Menschen zusammenkamen, die sich sonst nicht zwangsläufig trafen: junge und alte, reiche und arme, Chefs und Mitarbeitende (also, damals ehrlicherweise: Mitarbeiter, auch wenn’s Frauen waren). Die Kneipe als Ort sozialen Ausgleichs unter besonderer Berücksichtigung von Wasweißichdenn gibt’s sicher als Abschlussarbeiten an der ein oder anderen Uni.


