Krebszellen können sich oft erfolgreich vor dem Immunsystem verstecken. Forschende versuchen deshalb seit Jahren, die körpereigene Abwehr gezielt gegen Tumoren einzusetzen. Ein Team aus Dresden hat nun einen neuen Wirkstoff getestet, der Abwehrzellen direkt zu Krebszellen führt. Erste Ergebnisse bei schwer kranken Patienten machen Hoffnung, dass dieser Ansatz auch dann helfen könnte, wenn andere Behandlungen nicht mehr wirken.
Das Team des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden stellte die Ergebnisse jetzt auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vor, dem weltweit wichtigsten Krebskongress. Gleichzeitig erschienen die Daten in der Fachzeitschrift "Nature Medicine".
Im Mittelpunkt steht ein neuer Wirkstoff mit dem Namen IMA401. Die Studie war ein erster Test am Menschen. Solche frühen Untersuchungen sollen vor allem zeigen, ob ein neuer Wirkstoff sicher ist und in welcher Dosierung er eingesetzt werden kann. Ob IMA401 später einmal Teil der regulären Krebsbehandlung wird, müssen größere Studien erst noch zeigen.