Eine Hand voll Nüsse zum Abendfilm – für viele gehört das zum Genuss dazu. Paranüsse sind dabei besonders beliebt. Sie liefern wichtiges Selen für unser Immunsystem. Doch im Internet kursieren auch Warnungen. Die Nüsse enthielten radioaktives Radium und andere bedenkliche Stoffe. Forschende aus Dresden haben jetzt genau nachgemessen. Ihre Antwort beruhigt.
„Unsere Studie bestätigt den außergewöhnlich hohen Selengehalt in Paranüssen", sagt Dr. Astrid Barkleit vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf. Bereits eine einzige Nuss deckt den Tagesbedarf an diesem wichtigen Spurenelement. Selen stärkt das Immunsystem und schützt die Zellen. Das Team um Barkleit fand heraus: Etwa 85 Prozent des Selens werden beim Verdauen freigesetzt. Der Körper kann sie also gut aufnehmen.
Pflanzliche Schutzschilde verhindern Aufnahme
Die Forschenden testeten im Labor, was beim Verdauen passiert. Sie mischten zerkleinerte Paranüsse mit künstlichem Speichel, Magensaft und Verdauungsenzymen. Dabei entdeckten sie den Schutzmechanismus: In den Nüssen steckt Phytinsäure. Diese pflanzliche Verbindung bindet Metalle fest an sich. So verhindert sie, dass Barium und Radium in den Körper gelangen.
Das Dresdner Team untersuchte mit verschiedenen spektroskopischen Verfahren auch weitere Spurenelemente wie Strontium und Seltene Erden. Auch hier gab es Entwarnung. Die Mengen liegen weit unter kritischen Werten. Die Forschenden resümieren: Paranüsse bleiben ein wertvolles Lebensmittel. Die enthaltenen toxischen Elemente spielen beim normalen Verzehr praktisch keine Rolle.