Nach schwierigen Jahren hat sich die Stimmung in der ostdeutschen Bauindustrie zuletzt etwas aufgehellt. Die Baukonjunktur sei stabiler als in den Vorjahren, wenn auch weiterhin auf einem niedrigen Niveau, teilte der Bauindustrieverband Ost mit. Sowohl der Auftragseingang als auch die Umsätze hätten sich nach den bisher vorliegenden Zahlen von Januar bis Oktober 2025 positiv entwickelt. Allerdings gebe es gravierende Unterschiede zwischen den einzelnen Baubereichen.
Kritik an Verteilung des Sondervermögens
«Wir haben zwei große Probleme mit dem Sondervermögen. Das Kriterium der Zusätzlichkeit wird bei weitem nicht erfüllt. Ökonomen haben ausgerechnet, dass höchstens 50 Prozent der Summe wirklich on top kommen. Und selbst wenn es zusätzlich ist, heißt es noch nicht, dass es in Infrastruktur oder Klimaneutralität geht», sagte Momberg.
Zum Beispiel solle in Sachsen-Anhalt ein Algenforschungszentrum gefördert werden und in Berlin ein queeres Archivzentrum. Die Dinge seien nicht per se schlecht, doch es komme auf die Botschaft an. Es sei angekündigt worden, dass das Geld für die Infrastruktur vorgesehen sei. «Das ist es dann eben nicht», kritisierte Momberg.
Überwiegend positive Konjunkturaussichten für 2026
Dennoch wolle der Bauindustrieverband nicht schwarzmalen. «Am Ende wird natürlich auch für die Bauwirtschaft etwas herauskommen. Auch unsere Blitzumfrage bei den Mitgliedsunternehmen zeigt, dass die Erwartungen nicht nur schlecht sind», sagte Momberg.
In dieser Umfrage aus dem November schätzten fast 75 Prozent der befragten Unternehmen ihre Ertragslage 2025 als mittel bis gut ein. Für das neue Jahr rechneten 35,5 Prozent mit steigenden und 32,3 Prozent zumindest mit konstanten Umsätzen. Rund 80 Prozent der Betriebe rechnen damit, ihre Belegschaft halten oder sogar vergrößern zu können.
Der Bauindustrieverband Ost vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von Unternehmen in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
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