Die Chemieindustrie warnt mit Blick auf die Landtagswahlen in Ostdeutschland vor politischen Risiken für den Standort. Die Branche sieht die kommenden Jahre als entscheidend für die Zukunft zentraler Industriezweige. Neben Sachsen-Anhalt wird im September auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gewählt.
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist für den 6. September angesetzt. In aktuellen Umfragen liegt die AfD dort vor der CDU. Auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo am 20. September gewählt werden soll, führt die AfD in Umfragen.
«Was ich bei unseren Unternehmen sehe, ist schon eine gewisse Sorge über den Wahlausgang», sagt die Hauptgeschäftsführerin der Nordostchemie-Verbände, Nora Schmidt-Kesseler.
Die Unternehmen stehen bereits unter Druck - durch hohe Energie- und Rohstoffkosten, eine schwache Nachfrage aus wichtigen Abnehmerbranchen sowie geopolitische Unsicherheiten. Das zeigt sich etwa an angekündigten Stilllegungen großer Anlagen wie beim US-Konzern Dow oder an Krisenfällen wie dem inzwischen geretteten Unternehmen Domo in Leuna.