Ländlich lebende Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nutzen wegen fehlenden Angebots oft weiterhin ein Auto statt den öffentlichen Nahverkehr. «In den Städten sind mehr Menschen umgestiegen, auf dem Land aber nicht», sagte der Vorsitzende des Verbandes Mitteldeutscher Omnibusunternehmen, Mario König. Grund dafür sei, dass das Angebot im ländlichen Raum nicht ausreicht. So sei beispielsweise eine Fahrt zur Spätschicht für einen Produktionsmitarbeiter mit dem öffentlichen Nahverkehr machbar - die Rückfahrt am Abend jedoch nicht. «Damit kommt ein Umstieg vom Pkw zum ÖPNV von vornherein nicht infrage», erklärte König.
Eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr koste auf dem Land meist nicht viel mehr als das, was für das Deutschlandticket monatlich verlangt wird, erklärte König. «Grundsätzlich begrüßen wir das Deutschlandticket natürlich, weil es wegen des einfachen Tarifs den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr sehr vereinfacht hat», so der Verbandsvorsitzende. Auf dem Land wirke es aber nicht so, wie gewollt, weil es zur optimalen Nutzung des einfachen Tarifs schlicht zu wenig Fahrten gebe.