Windenergie: Sachsen will Zielvorgaben überprüfen
Sachsen will die Flächenziele zum Ausbau der Windkraft in Deutschland überprüfen lassen. Ein entsprechender Antrag soll auf der bevorstehenden Energieministerkonferenz im November in Göttingen eingebracht werden, teilte das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz mit. Der Bund wird aufgefordert, die im Koalitionsvertrag vereinbarte Überprüfung der Windenergie-Flächenziele für 2032 zeitnah vorzulegen und eng an die energiewirtschaftliche Realität zu koppeln. Der Ausbau erneuerbarer Energien bleibe dringend notwendig, erklärte Minister Dirk Panter (SPD). Nur so mache man die Energieversorgung unabhängiger, widerstandsfähiger und günstiger. Der Strombedarf nehme stetig zu - vor allem Rechenzentren und die Elektrifizierung von Industrie, Verkehr und Wärme. Vor diesem Hintergrund gelte es die Annahmen zum künftigen Strombedarf zu aktualisieren. «Unser Ziel ist es, beides zu ermöglichen: den notwendigen Ausbau der Windenergie und ihre Akzeptanz in den Regionen.» Nach den Vorgaben des Bundes müssen die Länder bis Ende kommenden Jahres 1,3 Prozent der Landesfläche für die Windenergienutzung auszuweisen. Bis Ende 2032 sollen es 2,0 Prozent sein. Sachsen steht derzeit mit etwa 0,2 Prozent zu Buche. «Eine Überprüfung der Flächenziele muss neben den bisher erzielten Flächenerträgen und den Ertragszielen des Bundes auch die unterschiedlichen geografischen, topografischen und meteorologischen Bedingungen der Bundesländer berücksichtigen», erklärte das Ministerium. «Die Evaluierung bietet die Chance, die länderspezifischen Flächenbeitragswerte so abzustimmen, dass sie die realen Potenziale und die Hindernisse vor Ort berücksichtigen. So stärken wir die Akzeptanz in den Regionen und sichern zugleich das bundesweite Gesamtziel verlässlich», argumentierte Panter. Sachsen will in dieser Angelegenheit auch im Bundesrat aktiv werden, hieß es. Nach Meinung des Ministers sollte zudem der technologische Fortschritt in der Windenergie angemessen berücksichtigt werden. «Moderne Windenergieanlagen haben höhere Leistungen, größere Rotordurchmesser, mehr Volllaststunden und sind auch bei schwachem Wind effizienter.» Die Flächenziele sollten dies berücksichtigen, den veränderten Flächenbedarf und die höhere Effizienz ausbalancieren, ohne das Ertragspotenzial des Bundesgebietes zu mindern. Ziel sei ein «flächenschonender Ausbau». Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenSachsen will Ausbau der Windkraft, aber auch ihre Akzeptanz
Unterschiedliche Bedingungen in den Ländern einbeziehen
Effizienz moderner Anlagen soll bei Planung berücksichtigt werden