Das Ende des Solar Valley steht in einem mehr als hundert Meter langen Gang und stapelt sich auf Paletten fast bis zur Decke. In Folie eingewickelte Solarmodule verlieren sich im Dunkel des Ganges. Kleingruppen werden kurz vor Jahresende daran vorbei durch die Produktionshallen geführt, in denen sich früher Minister und Spitzenpolitiker vor schwarz glänzenden Solarmodulen fotografieren ließen. Jetzt kleben kleine Nummern an Regalsystem, Produktionsanlagen, Tischen - sogar an Bürotopfpflanzen. Das Inventar von Meyer Burger, des letzten großen Solarmodulproduzenten in Deutschland, kommt unter den Hammer.
«Der Aufstieg war Aufbruch pur – man hat gespürt, was Menschen leisten, wenn sie von einer Mission begeistert sind», sagt Gunter Erfurt. Er war bis zum Herbst 2024 Geschäftsführer des Schweizer Herstellers Meyer Burger mit seinen Produktionsstätten in Bitterfeld-Wolfen und im sächsischen Freiberg. Erfurt gilt als einer der engagiertesten Vertreter der Solarbranche in Deutschland. 2025 meldete Meyer Burger Insolvenz an. Heute sagt Erfurt: «Die Solarindustrie in Deutschland ist in einem bemitleidenswerten Zustand.»