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Wohnungsverbände im Südosten unter Sanierungsdruck

Wohnungsverbände im Südosten unter Sanierungsdruck
Bei der Sanierung ihrer Bestandsimmobilien sehen sich die Wohnungsunternehmen im Südosten von Klimaschutzvorgaben finaziell überfordert. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Von: DieSachsen News
Im Südosten steigen die Kosten für Sanierungen, während die Mieten niedrig bleiben. Wohnungsverbände warnen: Ohne neue Fördermodelle drohen die Bestände zur Belastung zu werden.

Die Wohnungsverbände in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordern Unterstützung bei der Umrüstung ihrer Immobilien. «Die Bestandswohnungen in den mitteldeutschen Bundesländern sind bezahlbar, aber zunehmend unter Druck: Die Kosten für energetische Sanierung und Barrierefreiheit steigen, während die Mieten niedrig bleiben», teilten Verbände aus den drei Ländern gemeinsam mit. Bei Mieten zwischen fünf und sechs Euro pro Quadratmeter sei es den Wohnungsunternehmen unmöglich, die geforderten Sanierungsstandards zu stemmen. 

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«Spagat zwischen Klimaschutz und Bezahlbarkeit»

Ohne differenzierte Förderung drohe das, was einmal sozialer Fortschritt war, zur wirtschaftlichen Hypothek zu werden. «Mitteldeutschland steht exemplarisch für den Spagat zwischen Klimaschutz und Bezahlbarkeit», sagte Ingo Seidemann vom Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) Mitteldeutschland laut einer Mitteilung. Man brauche endlich stabile Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen.

Während bundesweit über Wohnungsmangel in Metropolen diskutiert werde, kämpfe die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit anderen Realitäten, heißt es in der Mitteilung. «Leerstand, Alterung, Sanierungsbedarf – das sind unsere Herausforderungen, aber auch gestaltbare Potenziale», fasste Matthias Kuplich vom Verband der Wohnungsgenossenschaften Sachsen-Anhalt (VdWg) zusammen. 

Gemeinsame Lösungen für Südosten gefordert

Bei den bestehenden Förderprogrammen sehen die Verbände Probleme in der Praxis und bieten den Regierungen in Dresden, Magdeburg und Erfurt einen Dialog an, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Sie seien zu punktuell, bürokratisch aufwendig und kaum kombinierbar. «Eine Förderpolitik nach Metropolenmaßstab verfehlt die Realität in Sachsen-Anhalt. Unsere Mietniveaus, unsere Städte und Dörfer brauchen eigene Instrumente – nicht abgespeckte Großstadtprogramme», sagte Jens Zillmann vom Verband der Wohnungswirtschaft Sachsen-Anhalt e. V. (VdW).

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