Der Countdown läuft: Bis Ende 2026 ist die Finanzierung der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden gesichert, danach beginnt ein neues Kapitel - mit offenem Ausgang. Denn ab 2027 will sich Sachsen-Anhalt nicht mehr an den Subventionen für die Verluste des Dresdner Flughafens beteiligen. Was technisch klingt, ist politisch und wirtschaftlich brisant. Die Entscheidung berührt die Grundfrage, welche Rolle die beiden Flughäfen künftig spielen sollen - und wer bereit ist, dafür zu zahlen.
Sanierung unter Zeitdruck
Gleichzeitig steht der Betreiber, die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG), wirtschaftlich unter Druck. 2024 verzeichnete der Konzern mit 53,5 Millionen Euro den höchsten Verlust seiner Geschichte. Eine akute Finanzkrise konnte nur durch neue Bankkredite und zusätzliche Zuschüsse der Gesellschafter abgewendet werden. Eine Finanzierungslücke von rund 145 Millionen Euro wurde geschlossen, der Betrieb ist damit bis Ende 2026 abgesichert.
Die MFAG setzt nun auf einen strikten Sanierungs- und Konsolidierungskurs. Bis 2026 soll erstmals ein operativ positives Ergebnis erreicht werden. Geplant sind unter anderem Kostensenkungen, Stellenabbau und eine stärkere Konzentration auf Kernaufgaben. Aus Sicht der IHK ist der Übergang in die Gewinnzone bis 2026 bei unveränderten Kapazitäten und Flugangeboten «sehr ambitioniert».
Warum Sachsen-Anhalt aussteigen will
Ab 2027 droht vor allem für Dresden neue Unsicherheit. Hintergrund ist die Eigentümerstruktur der MFAG. Haupteigentümer sind der Freistaat Sachsen mit rund 77,3 Prozent der Anteile und das Land Sachsen-Anhalt mit rund 18,5 Prozent. Weitere Anteile halten die Städte Leipzig, Dresden und Halle.
Sachsen-Anhalt hält an seiner Linie fest, sich künftig nicht mehr an staatlichen Subventionen für den Flughafen Dresden zu beteiligen. Zur Begründung verweist das Finanzministerium in Magdeburg auf unterschiedliche Landesinteressen.
«Während der Freistaat Sachsen ein unmittelbares Landesinteresse an beiden Flughafenstandorten hat, besteht seitens des Landes Sachsen-Anhalt ein unmittelbares regionalwirtschaftliches Interesse schon aufgrund seiner Nähe zur Landesgrenze nur an dem Standort Leipzig/Halle», heißt es aus dem Ministerium. Eine weitere Finanzierung des Dresdner Flughafens schließt das Land ausdrücklich aus.