VW-Werk Zwickau: Gewerkschaft pocht auf Tarifautonomie
Die Pläne des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) zur Rettung des VW-Werkes in Zwickau finden Widerhall. Die IG Metall begrüßte Kretschmers Engagement grundsätzlich. Zugleich lehnte sie jegliche Einmischung der Politik in die Tarifautonomie ab. «Die IG Metall unterstützt alles, was den Beschäftigten in Zwickau, Chemnitz und Dresden gute Arbeit sichert und eine langfristige Perspektive an ihren Heimatstandorten verschafft», sagte der für Berlin, Brandenburg und Sachsen zuständige Bezirksleiter Jan Otto. Kretschmer hatte am Mittwoch vorgeschlagen, zum Erhalt von Volkswagen in Zwickau eine neue Gesellschaft zu gründen – die AutoUnion Sachsen GmbH mit VW und Partnern als Gesellschafter. Dafür brachte er auch ein neues Arbeitszeitmodell beziehungsweise geringere Vergütung ins Spiel. Das müsse aber von den Tarifpartnern ausgehandelt werden. Kretschmer zufolge geht es darum, die Produktionskosten zu senken und damit wieder wettbewerbsfähig zu werden. VW hatte aufgrund von Überkapazitäten weltweit einen Personalabbau angekündigt; die Produktion in Zwickau soll 2031 auslaufen. «Es ist gut und wichtig, dass die sächsische Landesregierung sich aktiv in die Anstrengungen zur Sicherung der Beschäftigung in den VW-Werken einbringt. Die IG Metall ist offen für alle Gespräche, die diesem Ziel dienen. Dabei muss es vor allem um eine bessere Auslastung an den Standorten gehen», betonte Otto. Längere Arbeitszeiten und eine «Lohndrückerei» seien dafür das völlig falsche Instrument. Sie würden keine Probleme lösen, sondern auf den entschiedenen Widerstand der Beschäftigten, der Betriebsräte und der IG Metall stoßen. Jegliche Einmischung in die Tarifautonomie lehne man entschieden ab. Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehaltenKretschmer sieht in Senkung der Produktionskosten eine Chance
IG Metall lehnt längere Arbeitszeiten und geringere Löhne ab