Ohne Kobalt kein Akku, ohne Lithium kein E-Auto, ohne Seltene Erden kein Smartphone. Gleichzeitig wächst weltweit der Wettbewerb um diese Rohstoffe. Viele Lieferketten werden von wenigen Ländern kontrolliert, während Deutschland und Europa stark von Importen abhängig sind. Wer ein modernes Gerät in der Hand hält, hält deshalb immer auch ein Stück Rohstoffpolitik. Das soll sich ändern. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) erhält vom Bund knapp 20 Millionen Euro, um an acht Projekten zu forschen, die Deutschland bei der Rohstoffversorgung unabhängiger machen sollen.
Was die Forschenden in Sachsen konkret tun
Fünf Projekte sind am HIF in Freiberg angesiedelt. Sie verfolgen sehr unterschiedliche Ansätze. Dabei geht es nicht einfach darum, neue Lagerstätten zu finden. Die Forschenden entwickeln auch digitale Werkzeuge, energieeffiziente Aufbereitungsverfahren und neue Methoden, um Rohstoffe mit weniger Energie, weniger Wasser und höherer Ausbeute zu gewinnen.
Das Projekt DigIT entwickelt digitale Werkzeuge, mit denen geologische Daten aus alten Bergwerken schnell ausgewertet werden können. Das klingt technisch, bedeutet aber vereinfacht: Forschende können damit schneller herausfinden, wo lohnenswerte Rohstoffvorkommen liegen. Das Projekt NahGOLD wiederum beschäftigt sich mit Gold und Metallen wie Zink, Bismut und Tellur, die oft zusammen vorkommen. Bisher war der hohe Zinkgehalt in solchen Erzen ein technisches Problem, das die Gewinnung der anderen Metalle erschwerte. Neue Verfahren sollen das ändern.
Drei weitere Projekte arbeiten daran, wie Rohstoffe energieeffizienter und ressourcenschonender verarbeitet werden. Sie kombinieren Methoden aus der Materialwissenschaft mit maschinellem Lernen, also mit Computern, die aus Daten selbstständig lernen.