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Seltene Metalle: HZDR bekommt 20 Millionen Euro für Rohstoffforschung

Begehrte Materialien: Die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wächst weltweit.
Unverzichtbar für die Zukunft: Kritische Rohstoffe stecken in fast jedem modernen Gerät. © Adobe Stock (KI generiert)
Von: Wissensland
Ohne seltene Metalle funktioniert die moderne Welt nicht. Sie stecken unter anderem in technischen Geräten wie Smartphones oder in Akkus. Doch viele dieser Rohstoffe sind knapp und kommen aus wenigen Ländern der Welt. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) will das ändern. Acht neue Forschungsprojekte und -gruppen bekommen dafür nun knapp 20 Millionen Euro vom Bund.

Ohne Kobalt kein Akku, ohne Lithium kein E-Auto, ohne Seltene Erden kein Smartphone. Gleichzeitig wächst weltweit der Wettbewerb um diese Rohstoffe. Viele Lieferketten werden von wenigen Ländern kontrolliert, während Deutschland und Europa stark von Importen abhängig sind. Wer ein modernes Gerät in der Hand hält, hält deshalb immer auch ein Stück Rohstoffpolitik. Das soll sich ändern. Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) erhält vom Bund knapp 20 Millionen Euro, um an acht Projekten zu forschen, die Deutschland bei der Rohstoffversorgung unabhängiger machen sollen.

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Warum Deutschland jetzt handeln muss

Die Europäische Union hat ein Gesetz verabschiedet, das die Versorgung mit wichtigen Rohstoffen absichern soll. Metalle wie Lithium, Kobalt oder Seltene Erden gelten als "kritisch", weil sie für Technologien der Energiewende unverzichtbar sind und gleichzeitig kaum in Europa abgebaut werden. Deutschland hat mit den Förderprogrammen EGARoh und EGARoh_Junior darauf reagiert. EGARoh steht für neue Wege, Rohstoffe im Inland zu erkunden, zu gewinnen und zu verarbeiten. EGARoh_Junior fördert junge Forschende, die Nachwuchsgruppen aufbauen.

Denn als Deutschland den Erzbergbau Anfang der 1990er Jahre einstellte, gingen auch viele Fachleute und Berufsfelder verloren. "Im Projekt EGARoh-Connect fassen wir alle Ergebnisse aus den einzelnen Projekten und Nachwuchsgruppen zusammen, um sie der Öffentlichkeit zugänglich und verständlich zu machen", erklärt Projektkoordinatorin Dr. Nicole Körtge vom Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF). Außerdem leite das Team Handlungsempfehlungen für politische Entscheidungsträger ab.

Was die Forschenden in Sachsen konkret tun

Fünf Projekte sind am HIF in Freiberg angesiedelt. Sie verfolgen sehr unterschiedliche Ansätze. Dabei geht es nicht einfach darum, neue Lagerstätten zu finden. Die Forschenden entwickeln auch digitale Werkzeuge, energieeffiziente Aufbereitungsverfahren und neue Methoden, um Rohstoffe mit weniger Energie, weniger Wasser und höherer Ausbeute zu gewinnen.

Das Projekt DigIT entwickelt digitale Werkzeuge, mit denen geologische Daten aus alten Bergwerken schnell ausgewertet werden können. Das klingt technisch, bedeutet aber vereinfacht: Forschende können damit schneller herausfinden, wo lohnenswerte Rohstoffvorkommen liegen. Das Projekt NahGOLD wiederum beschäftigt sich mit Gold und Metallen wie Zink, Bismut und Tellur, die oft zusammen vorkommen. Bisher war der hohe Zinkgehalt in solchen Erzen ein technisches Problem, das die Gewinnung der anderen Metalle erschwerte. Neue Verfahren sollen das ändern.

Drei weitere Projekte arbeiten daran, wie Rohstoffe energieeffizienter und ressourcenschonender verarbeitet werden. Sie kombinieren Methoden aus der Materialwissenschaft mit maschinellem Lernen, also mit Computern, die aus Daten selbstständig lernen.

Drei neue Nachwuchsgruppen, globale Partner

Drei Nachwuchsgruppen erhalten über fünf Jahre insgesamt zehn Millionen Euro. Sie kooperieren mit Partnern aus Nord- und Südamerika, Afrika und Australien. Eine Gruppe erforscht, wie Seltene Erden aus komplexen Erzen gewonnen werden können, die in Europa, Kanada und Südafrika vorkommen. Eine andere entwickelt Methoden, um Kupfer effizienter zu gewinnen, und zwar mit weniger Wasser. Das ist wichtig, denn viele Kupferminen liegen in Regionen, in denen Wasser knapp ist. Dort wird Wasser beim Bergbau immer wieder verwendet, was die Qualität des Wassers verändert und die Kupfergewinnung erschwert.

Die Projekte zeigen, dass Rohstoffsicherheit heute weit mehr bedeutet als neue Bergwerke zu erschließen. Gefragt sind Technologien, die Rohstoffe effizienter, nachhaltiger und unabhängiger von globalen Lieferketten verfügbar machen.

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