Schloss Proschwitz bei Meißen wehrt sich gegen Missbrauch und Vereinnahmung durch die AfD. Im aktuellen Wahlkampf um den Chefsessel im Meißener Rathaus habe die AfD Foto- und Filmmaterial für ihre Wahlwerbespots auf dem Anwesen aufgenommen - ohne Foto- oder Drehgenehmigung, teilten die Schlossbesitzer Georg Prinz zur Lippe und Alexandra Prinzessin zur Lippe mit. «Wir werden es nicht dulden, dass unser gutes Image von politischen Trittbrettfahrern missbraucht und beschädigt wird.»
Auch Aufnahmen in Wahlwerbespot ohne Genehmigung gedreht
Seit dieser Woche kursiere zudem noch ein Wahlwerbe-Video der «Compact»-Redaktion im Netz, in dem es um den AfD-Kandidaten zur Meißener Oberbürgermeisterwahl am 7. September geht, hieß es weiter. «In dem Film finden sich gleich mehrere Sequenzen, die ohne Genehmigung und ohne unser Wissen auf unserem Anwesen gedreht wurden. Eine Szene spielt in der Vinothek, hier wurde eindeutig mit verdeckter Kamera gefilmt.» Zudem seien Porträtfotos der Besitzer eingeblendet.
Schlossbesitzer schließen juristische Schritte nicht aus
Den Eigentümern zufolge ist auf gut einsehbaren Schildern formuliert, dass für alle Fotos und Bewegtbilder, die nicht für private Zwecke aufgenommen werden, eine Genehmigung beantragt werden muss. Man behalte sich die Prüfung juristischer Schritte vor.
Der sächsische AfD-Landesverband war im Dezember 2023 als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft worden. Die AfD wehrte sich vergebens juristisch dagegen.
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