Seine Koalitionspartner SPD und Grüne haben Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) nach seinen Äußerungen zu einer Belastung der Schulen infolge hoher Migrantenzahlen scharf kritisiert. SPD-Bildungsexpertin Sabine Friedel zeigte sich am Freitag «entsetzt über eine solche Verdrehung der Tatsachen».
Das Portal «Sächsische.de» hatte Kretschmer am Donnerstag nach einer Diskussion im Bautzener Schiller-Gymnasium mit den Worten zitiert: «Wir können die Qualität der Bildung nicht mehr garantieren, weil wir Schüler beschulen müssen, die von außen kommen.» Friedel wies das zurück. Man müsse Verantwortung übernehmen, statt Schuld abzuwälzen.
Auch SPD-Spitzenkandidatin und Sozialministerin Petra Köpping meldete sich zu Wort: «Weder ukrainische Kinder noch minderjährige Geflüchtete haben Schuld daran, dass in Sachsen vor 15 Jahren falsche Entscheidungen getroffen wurden», sagte Köpping. «Ich kann der CDU nur empfehlen, aufzuhören, mit dem Finger auf andere zu zeigen und anzufangen, die hausgemachten Probleme beim Lehrermangel zu lösen. Das sind doch alles Ausreden, mit denen man sich vor der eigenen Verantwortung drückt.»