Der Krieg im Nahen Osten schürt neue Risiken für den von Sorgen geplagten sächsischen Arbeitsmarkt. Wie lange der Konflikt dauere und welche Folgen er mittelfristig haben werde, sei noch gar nicht abzusehen, sagte Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit. Für die Wirtschaft seien vor allem die Entwicklungen bei Energiekosten und Lieferketten relevant. «Wenn sich dort die Bedingungen weiter verschlechtern, wird sich das früher oder später auch am Arbeitsmarkt widerspiegeln.»
DGB in Sorge: «Industrie ist das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen»
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen fordert Entlastungen für Beschäftigte und Unternehmen. Vor allem die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe alarmiere. «Die Industrie ist das Rückgrat der Wirtschaft in Sachsen. Sie muss jetzt durch gezielte Maßnahmen wie die Entlastung bei den Energiepreisen gestärkt werden», mahnte Landesvize Ralf Hron.
Dass die Arbeitslosigkeit nicht noch gravierender ausfällt, liegt den Angaben zufolge auch an der Altersstruktur hierzulande. «Die Boomer gehen in Rente, jeden Monat mehr, und es rücken zu wenig junge Menschen nach», erläuterte Hansen. Das entlaste den Arbeitsmarkt in der momentan schwierigen Situation und sorge zugleich dafür, dass weiterhin Fachkräfte gesucht würden. So wurden im März rund 7.100 freie Stellen neu gemeldet. Insgesamt lägen den Arbeitsagenturen und Jobcentern damit gut 31.200 Stellenangebote vor.
Nach Ostern Belebung am Arbeitsmarkt erwartet
Regional ist die Arbeitslosigkeit in Sachsen unterschiedlich stark ausgeprägt. Am günstigsten sei die Arbeitsmarktlage entlang des Elbtals, heißt es. So punkten die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen mit den niedrigsten Quoten von 5,8 Prozent. Sorgenkinder sind dagegen die Städte Leipzig (8,9) und Chemnitz (9,8) sowie der Landkreis Görlitz (9,1).
Nach Ostern rechne er mit einer spürbaren Belebung am Arbeitsmarkt, sagte Hansen. Dann starten viele Außenberufe wieder durch. Angesichts der Unsicherheit gerade auch mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten, ist sein Ausblick insgesamt jedoch verhalten. Es wäre schon eine gute Nachricht, wenn die Arbeitslosigkeit bis Sommer bei knapp über 7 Prozent gehalten werden könnte, konstatierte Hansen.
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