Die Beschäftigten von Volkswagen in Sachsen sind wild entschlossen, dem Vorstand von Europas größtem Autobauer Paroli zu bieten. Am Montag traten Tausende in einen Warnstreik - nicht nur in der E-Auto-Fabrik in Zwickau, sondern auch im Chemnitzer Motorenwerk und der Gläsernen Manufaktur in Dresden. Für sie geht es ans Eingemachte. Zwar fordern sie in der aktuellen Tarifauseinandersetzung 7 Prozent mehr Lohn und 170 Euro mehr für Auszubildende. Doch angesichts der Krise bei Volkswagen drohen massive finanzielle Einbußen, betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen, wenn der Vorstand Ernst macht mit seinen Sparplänen.
Deswegen hatte die IG Metall am Montag an fast allen Standorten bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen - so auch in Sachsen. Den Anfang machten die Beschäftigten in der Zwickauer E-Auto-Fabrik. Sie legten um 9.30 Uhr für zwei Stunden die Arbeit nieder und zogen vor das Werkstor. «Wir haben die Schnauze voll», sangen sie in Sprechchören und machten ihrem Unmut mit Trillerpfeifen und Rasseln Luft. Gewerkschaft und Betriebsrat sprachen von 4.000 bis 5.000 Teilnehmern. Im Motorenwerk in Chemnitz zogen kurze Zeit später ebenfalls rund 500 Beschäftigte vor das Tor, am Mittag folgten 150 Mitarbeiter der Gläsernen Manufaktur in Dresden.