Lesung in Kamenz: Familiengeschichte in der NS-Zeit aufarbeiten
Lesung und persönliche Spurensuche in Kamenz
Die Stadtwerkstatt Kamenz lädt am 10. Juni 2026 ab 19.00 Uhr zu der Lesung „Die Lücke im Album. Wie ich die Geschichte meiner nichtjüdisch-jüdischen Familie in der NS-Zeit entdeckte“ mit Dr. Christine Bücher ein. Der Eintritt ist frei.
Im Zentrum der Veranstaltung steht nicht nur die persönliche Geschichte der Autorin, sondern auch die Frage, wie sich die eigene Familiengeschichte in der NS-Zeit recherchieren lässt. Viele Familien kennen aus dieser Zeit nur Bruchstücke, Schweigen oder widersprüchliche Erzählungen. Genau dort setzt die Lesung an.
Familienrecherche zwischen Lücken und Erinnerungen
Dr. Christine Bücher berichtet von ihrer eigenen Recherche und zeigt, welche Quellen und Wege bei der Aufarbeitung helfen können. Das Thema trifft viele Menschen, die heute nach den Rollen ihrer Angehörigen zwischen Mitläufertum, Verfolgung, Anpassung oder Widerstand fragen.
Die Veranstaltung richtet sich an ein breites Publikum und verbindet historische Einordnung mit praktischen Hinweisen für den Einstieg in die Familienforschung. Damit greift die Stadtwerkstatt Kamenz ein Thema auf, das für persönliche Erinnerungskultur und gesellschaftliche Auseinandersetzung gleichermaßen relevant ist.
Einordnung in TACHELES 2026
Die Lesung ist Teil der Reihe „Kontrovers vor Ort“ und gehört zu den Angeboten im Rahmen von TACHELES 2026, dem Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen. Mit dem Format will die Stadtwerkstatt Kamenz Raum für Bildung, Austausch und Diskussion schaffen.
Dr. Christine Bücher studierte Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie an der RWTH Aachen. Sie kuratiert Ausstellungen und arbeitet als Referentin in der historisch-politischen Bildung, unter anderem am Militärhistorischen Museum der Bundeswehr.
Veranstaltungsort ist die Stadtwerkstatt Kamenz, Rosa-Luxemburg-Straße 5, 01917 Kamenz.