Wie haben Menschen aus Ost und West den Mauerfall erlebt, die 1961 geboren wurden – im Jahr des Mauerbaus? Die Videoinstallation „Generation Mauerbau“ gibt darauf sehr persönliche Antworten. Frauen und Männer aus Sachsen, Baden-Württemberg und Berlin erzählen in Interviews von ihren Erinnerungen an die deutsche Teilung, von Hoffnungen im Herbst 1989 und von den Veränderungen, die die Deutsche Einheit in ihrem Leben ausgelöst hat. Dabei werden nicht nur Glücksgefühle und neue Chancen sichtbar, sondern auch Enttäuschungen, Ängste, innere Brüche und tiefes Misstrauen gegenüber der Zukunft. Die Ausstellung nimmt 65 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer die Geschichte der Teilung Deutschlands und der Vereinigung beider deutscher Staaten in den Blick. Gerade durch die unterschiedlichen Lebenswege der Beteiligten wird deutlich, wie verschieden die Erfahrungen von West- und Ostdeutschen waren.
Für manche bedeutete der Fall der Mauer vor allem Aufbruch und Freiheit, für andere auch Unsicherheit, Verlust und die mühsame Suche nach Orientierung in einem veränderten Land. Gezeigt wird die Videoinstallation vom 1. Juli bis 4. Oktober 2026 in der Gedenkstätte Bautzen. Sie ist Teil der Wanderausstellung „Generationen verbinden“ und verbindet persönliche Zeitzeugenberichte mit historischer Einordnung. Realisiert wurde das Projekt von den Videokünstlern Ina Rommee und Stefan Krauss von KRRO Film. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Dr. Christiane Bertram von der Universität Tübingen. Beteiligt waren zudem die Stiftung Berliner Mauer, das Archiv Deutsches Gedächtnis der FernUniversität Hagen sowie das Koordinierende Zeitzeugenbüro. So entsteht ein vielschichtiges Bild davon, wie eng private Lebensgeschichten mit der deutschen Geschichte verbunden sind.