Rotmilan-Population im Landkreis Bautzen 2026 auf Rekordkurs
Mehr Brutpaare als je zuvor im Untersuchungsgebiet
Wie steht es 2026 um die Rotmilan-Population im Landkreis Bautzen? Die aktuelle Brutbestandsermittlung im langjährig kontrollierten Untersuchungsgebiet des Fördervereins Sächsische Vogelschutzwarte Neschwitz e. V. zeigt ein erfreuliches Bild: Auf fast 400 Quadratkilometern wurden in diesem Jahr 78 Brutpaare erfasst – so viele wie noch nie. Damit setzt sich die positive Entwicklung des Rotmilans in der Region fort.
Besonders wichtig ist dabei nicht nur die Zahl der Paare, sondern auch deren Erfolg bei der Jungenaufzucht. Mehr als die Hälfte der erfassten Paare brachte Nachwuchs groß, sodass insgesamt 99 Jungvögel nachgewiesen werden konnten. Meistens befanden sich ein bis zwei Jungvögel in den Nestern, drei Jungtiere bleiben eher die Ausnahme.
Warum die Beringung für den Schutz des Rotmilans wichtig ist
Die Beringung der Jungvögel fand im Juni statt und ist ein zentraler Teil des Monitorings. Dafür müssen die Beringer mit Steigeisen zu den Nestern in 13 bis 24 Meter Höhe klettern – eine anspruchsvolle Arbeit, bei der Erfahrung und Schwindelfreiheit unverzichtbar sind. Die Jungvögel werden anschließend in einem Beutel vorsichtig zu Boden gelassen, dort vermessen, gewogen und mit einem individuellen Kennring ausgestattet. Danach kommen sie zurück ins Nest, wo die Altvögel ihren Nachwuchs in der Regel problemlos wieder annehmen.
Die Kennringe sind für die Forschung besonders wertvoll: Wird eine Ringnummer später abgelesen und gemeldet, lassen sich einzelne Rotmilane wiedererkennen. So entstehen über Jahre hinweg wichtige Daten zu Lebensdauer, Wanderungen und Bestandsentwicklung.
Nestkontrollen helfen auch gegen eine unterschätzte Gefahr
Die Kontrollen der Nester haben noch einen weiteren Nutzen. In Rotmilannestern findet sich nicht selten Plastikmüll, der für Jungvögel gefährlich werden kann. Durch die regelmäßigen Arbeiten konnten bereits Tiere befreit werden, die sich in Erntebindegarn, Angelsehne oder Plastikfetzen verfangen hatten. Gerade dieser praktische Schutz zeigt, dass das Monitoring nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse liefert, sondern ganz direkt zum Erhalt der Art beiträgt.
Für den Landkreis Bautzen fällt die Bilanz 2026 damit insgesamt positiv aus: Der Rotmilan ist weiterhin gut vertreten, der Bruterfolg ist stabil, und die langfristige Beobachtung bleibt ein wichtiger Baustein für seinen Schutz.