Logo Die Sachsen News

Dynamo Dresden: Die Stimmen nach dem Sieg gegen Magdeburg

Dynamo Dresden Trainer Thomas Stamm und Magdeburg Trainer Petrik Sander.
Nach dem Abpfiff gab es Stimmen von beiden Seiten: Petrik Sander (links) und Thomas Stamm (rechts) ordnen den Dresdner Derbysieg über Magdeburg ein. (Foto: Frank Hammerschmidt/dpa)
Dynamo Dresden bezwingt den 1. FC Magdeburg! Nach dem hochverdienten 2:0-Erfolg im Elb-Clasico blicken die Trainer Petrik Sander und Thomas Stamm sowie die Profis auf ein intensives und leidenschaftliches Derby zurück. Hier sind alle Stimmen zum Spiel.

Befreiungsschlag im Elb-Clasico: Dynamo Dresden gewinnt Derby gegen Magdeburg

Dynamo Dresden konnte heute gegen die Erwartung vieler den Elb-Clasico gegen den 1. FC Magdeburg mit 2:0 gewinnen und damit nach sechs Jahren mal wieder einen Heimdreier gegen den FCM bejubeln. Dynamo kam nach den zuletzt eher enttäuschenden Auftritten auch erstmal schlechter rein. In der 1. und 3. Spielminute gaben Zukowski und Iyoha zwei gefährliche Schüsse ab.

Doch in der 9. Minute war es dann Dynamo Dresden, die das 1:0 erzielten: Tobias Müller traf Dynamos Nicolai Rapp bei einem Klärungsversuch klar am Bein. Nachdem die Situation vom VAR überprüft wurde, zeigte Schiedsrichter Dr. Robin Braun auf den Punkt und Niklas Hauptmann erzielte das frühe 1:0 für die SGD. Nach der Pause kam Dynamo direkt druckvoll aus der Kabine. In der 50. Minute landete ein schwacher Klärungsversuch der Magdeburger bei Simon Straudi, der den Ball im Rückraum wuchtig halblinks ins Tor nagelte. Später hatte Dynamo noch einige Möglichkeiten, das Ergebnis in die Höhe zu drehen, doch am Ende stand ein völlig verdienter 2:0-Derbysieg auf der Anzeigetafel.

Die Stimmen nach dem Spiel:

Petrik Sander (Trainer, 1. FC Magdeburg)


Musste eine verdiente Niederlage im Derby quittieren: FCM-Cheftrainer Petrik Sander. (Foto: Frank Hammerschmidt/dpa) 

„Ich glaube, er ist unterm Strich verdient. Vielleicht ein Tor zu hoch, aber das ist Kaffeesalzleserei. Insgesamt muss man einfach sagen, dass wir die Möglichkeit hatten, für mehr Verunsicherung zu sorgen, indem wir diese Möglichkeit nach 20, 30 Sekunden, wo man allein aufs Tor laufen kann, haben verstreichen lassen. Bis zum Elfmeter hatten wir viel Ballbesitz. Und dann ist es eben ärgerlich.

Über die Richtigkeit des Elfmeters gibt es nicht zu diskutieren. Das war ein klarer Elfmeter. Aber wenn man sagt, blöd gelaufen, dann ist das vielleicht untertrieben. Aber passiert im Fußball. Und dann läuft man der gesamten Musik hinterher. Uns war klar, dass Dynamo alles reinhaut. Sie sind gerannt, sie sind angelaufen. Uns ist es nicht gelungen, diese erste Linie zu überspielen, und es ist nicht gelungen, sofort ins Umkehrspiel zu kommen. Wir haben viel mit Ballbesitz um eine Kette herum versucht, zu verlagern. Auch das war nicht konsequent genug, zu langsam. Dadurch konnte Dynamo immer wieder auffüllen. Insgesamt muss man einfach sagen, dass wir nicht zu 100 Prozent an unser Level gekommen sind.

Interessant wäre gewesen, wenn wir nochmal den Anschluss gemacht hätten zum 2-1. Weil die Möglichkeit war da. Dann kann das vielleicht nochmal kippen. Aber vielleicht haben wir es an dem Tag auch nicht verdient gehabt. Und deswegen Glückwunsch an Dynamo. Wir müssen unsere Wunden lecken.“

Thomas Stamm (Trainer, Dynamo Dresden)


Zufrieden mit der defensiven Leistung seiner Mannschaft: Dynamo-Trainer Thomas Stamm. (Foto: Frank Hammerschmidt/dpa)

„Sehr ähnlich gesehen das Spiel in der Startphase, eher bei Magdeburg heute. Gerade mit der Chance, kann alleine Richtung Tor gehen. Kontakt nicht so gut und dann ist trotzdem der Abschluss außerhalb des Sechzehners. Haben direkt danach nochmal eine richtig gute, wo Tobi den Ball nicht wegbekommt, wo Lennart am kurzen Pfosten gut in den Block kommt. Ich finde trotzdem, wir haben unsere Momente. Also haben sie jetzt nicht nur mit dem Elfmeter, sondern haben gute Umschaltmomente auch schon. Erste Halbzeit, hohe Ballerobung, tiefe Ballerobung. Ich glaube, ein guter Mix.

Wenn wir tief waren haben wir die Geduld gehabt den Ballbesitz ein Stück weit zu akzeptieren. Ich finde trotzdem, dass wir gerade in der Phase wenig bis gar nichts zugelassen haben. Und ja, es kann vielleicht trotzdem, wenn du die Startphase wegnimmst, mit einem 2-0 in die Pause gehen. Sind dann sehr, sehr gut rausgekommen. Zu einem guten Zeitpunkt natürlich das zweite Tor. Haben wir das zweite Halbzeit, finde ich, gut hinbekommen. Eine Mischung wieder zu haben, Druck drauf zu bekommen. Und auch gerade zum Schluss mit den Jungs, die reingekommen sind, auch ein Stück weit einfach zu akzeptieren, dass der Ballbesitz jetzt nicht ganz so entscheidend ist. Aber immer dann, wenn es auf die Außenpositionen kam, haben wir ein gutes Doppeln gehabt.

Ja, ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie wir es heute defensiv gemacht haben. Aber das ist vielleicht das Wichtigste. Extrem mutig auch zum Schluss, nicht die Bälle nach vorne gekloppt, nicht dem Gegner noch mehr Ballbesitz gegeben. Die Jungs, die reingekommen sind – Aki als IV beispielsweise, ist nicht immer ganz so einfach, dann den Mut zu haben, Dinge aufzulösen, wo der Gegner vielleicht dann auch nicht mehr in diese Pressing-Momente kommt. Ich finde, es ist verdient mit dem Wissen, dass in so einer Startphase ein Spiel auch anders laufen kann.“

Niklas Hauptmann, Dynamo Dresden

„So ein Derbysieg tut einfach unglaublich gut. Mit dem Druck auf dem Kessel aufgrund der Tabellensituation war die Anspannung natürlich da. Wir sind heute sehr leidensfähig gewesen und das hat uns heute den Sieg gebracht. Dass wir aktuell nicht die Leichtigkeit haben, ist völlig klar. Es geht darum, sich die wieder zu erarbeiten. Da war das heute ein erster guter Schritt mit wichtigen drei Punkten. Das muss uns einen Push geben.“

Tobias Müller, 1. FC Magdeburg

„Wir haben die erste Gelegenheit in der ersten Minute und dann ist der Elfmeter bitter. Ich sehe ihn im letzten Moment, ziehe nicht mehr durch und dann ist da so wenig Kontakt. Wenn man ihn direkt gibt, dann ist das keine klare Fehlentscheidung. Ich glaube aber nicht, dass man sich da von außen einschalten muss. Danach haben wir den Faden verloren und es war zu wild. Es ist ein Rückschlag, aber wir müssen auch die positiven Sachen der letzten Wochen sehen. Gegen Karlsruhe müssen wir dann wieder ein anderes Gesicht zeigen.“

Dominik Reimann, 1. FC Magdeburg (Dresdner Neueste Nachrichten)

„Es ist sehr unglücklich, so ins Spiel zu kommen – mit einem frühen Elfmeter gegen dich. Dann liegst du hier in Dresden 0:1 zurück. Wir haben es aber in der ersten Halbzeit schon nicht so geschafft, mit dem Ball in unser Spiel zu finden. Wir wurden nicht gefährlich genug, haben nicht die Räume gefunden, die vielleicht da waren. Unterm Strich muss man sagen, dass das kein gutes Spiel von uns war und Dresden verdient gewonnen hat.“