Wasser aus dem Hahn ist für viele selbstverständlich. In schnell wachsenden Städten weltweit wird es jedoch zunehmend knapp. Eine neue Studie zeigt, dass vor allem arme Menschen die Folgen tragen.
Forschende unter Beteiligung des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig haben die Lage in der indischen Millionenstadt Pune untersucht. Ihre Ergebnisse wurden in Earth's Future veröffentlicht.
Dürre verschärft soziale Ungleichheit
Schon heute kämpfen viele Großstädte mit Wasserknappheit. Laut Studie könnten bis 2050 bis zur Hälfte der Stadtbevölkerung betroffen sein. Städte wie Kapstadt oder Chennai zeigen, wie schnell die Lage eskalieren kann. In Pune leben Millionen Menschen ohne sicheren Zugang zu Leitungswasser. Die Analyse zeigt, dass mehrjährige Dürren die Situation stark verschärfen. Ohne politische Änderungen drohen drastische Folgen.
Die Forschenden schreiben, dass "einkommensschwache Einwohner:innen mit einem Anstieg der Wasserkosten und einem Rückgang der Versorgung auf fast die Hälfte des Mindestbedarfs pro Person und Tag rechnen müssen“. Wasser könnte dann bis zu ein Fünftel des Einkommens kosten. Solche Entwicklungen sind auch international belegt. Studien zeigen, dass Wasserkrisen oft bestehende Ungleichheiten verstärken. Wer wenig verdient, zahlt am meisten und bekommt am wenigsten.