Über diesen Anblick freuen sich viele: eine Schildkröte in einem städtischen Teich. Ein schönes Stück Natur, werden dann viele von ihnen denken. Und liegen damit falsch. In den meisten Fällen ist das Tier im Teich kein Teil des natürlichen Ökosystems, sondern ein ausgesetztes Haustier. Das zeigt eine neue Studie zu Schildkröten in Deutschland, die jetzt erschienen ist.
Forschende der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden haben gemeinsam mit Kollegen vom Museum für Naturkunde Berlin untersucht, welche Schildkrötenarten in Deutschland tatsächlich vorkommen. Für ihre Analyse wertete das Team 1.770 Schildkröten-Nachweise aus wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Bürgerforschungsprojekten aus.
Von 15 Wasserschildkrötenarten, die in der freien Natur nachgewiesen wurden, ist nur eine einzige ursprünglich heimisch – die Europäische Sumpfschildkröte. Alle anderen 14 Arten wurden eingeschleppt, meist durch Menschen, die ihre Haustiere ausgesetzt haben.