Morgens aufstehen, in die Schule, nachmittags lernen, abends wieder lernen. Für viele Kinder und Jugendliche in Deutschland ist das Alltag. Und er hinterlässt Spuren. Ein Viertel fühlt sich überdurchschnittlich stark psychisch belastet. Das zeigt das Deutsche Schulbarometer 2025 der Robert Bosch Stiftung, das gemeinsam mit Forschenden der Universität Leipzig entstanden ist.
Erstmals seit der Corona-Pandemie steigt die Belastung wieder an. 2024 lag der Anteil noch bei 21 Prozent, 2025 bereits bei 25 Prozent. Damit bleiben die Werte über dem Niveau vor der Pandemie. Psychologe Prof. Julian Schmitz von der Universität Leipzig nennt das besorgniserregend. Gleichzeitig werde psychische Gesundheit heute offener thematisiert. Das könne dazu beitragen, dass Belastungen häufiger erkannt und benannt werden.
Schule kann belasten – und stärken
Für Bildungsforscher Prof. Henrik Saalbach von der Universität Leipzig ist klar: Schulisches Wohlbefinden ist eine wichtige Voraussetzung für psychische Gesundheit. Entscheidend sei dabei auch der Unterricht. Je unterstützender und wertschätzender Lehrkräfte auftreten, desto wohler fühlen sich Kinder und Jugendliche. Auch Langeweile und Überforderung spielten eine wichtige Rolle.
Groß ist zudem die Kluft bei der Mitbestimmung: Drei Viertel der Befragten wünschen sich mehr Einfluss auf Unterrichtsthemen oder Prüfungsformate, doch vier von fünf sagen, sie könnten kaum mitreden. Ein weiterer Belastungsfaktor ist Mobbing. Jeder dritte 11- bis 17-Jährige wird mindestens einmal im Monat von Mitschülerinnen und Mitschülern schikaniert, besonders häufig 14-Jährige. Klassisches Mobbing kommt häufiger vor als Cybermobbing, oft treten beide Formen gemeinsam auf.
Für die Studie befragte forsa zwischen Mai und Juni 2025 insgesamt 1.507 Kinder und Jugendliche sowie jeweils ein Elternteil.
Die Originalpublikation gibt es hier.