Cyberangriffe, Desinformation und Sabotage gelten weltweit als wachsende Herausforderungen für moderne Gesellschaften. Genau mit solchen Bedrohungen beschäftigt sich das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE). Nun auch in Leipzig.
Das Fraunhofer FKIE hat jetzt seinen neuen Standort in Leipzig offiziell eröffnet. Das Institut zählt zu den führenden Einrichtungen für Verteidigungs- und Sicherheitsforschung in Deutschland. Über 150 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Industrie sowie von NATO und Bundeswehr kamen zur Eröffnungskonferenz. Der sächsische Wissenschaftsstaatsminister Sebastian Gemkow eröffnete die Veranstaltung.
Ein neues Forschungsnetzwerk für Sachsen
Die Eröffnung in Leipzig war zugleich der Startschuss für das neue Forschungsnetzwerk "Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit", kurz I2SN. Darin forschen 18 Institute und Professuren in Sachsen gemeinsam an Sicherheitsfragen und zu Themen wie Cybersicherheit, Energie und Materialien. Finanziert wird das Netzwerk durch EU-Mittel.
Das Fraunhofer FKIE leitet darin den Bereich Cyber/IT. "Mit unseren neuen Aktivitäten in Mittel- und Ostdeutschland stärken wir den Transfer in die regionale Industrie und Wirtschaft und bereiten den Boden für neue Innovation im Freistaat Sachsen", erklärte Prof. Dr. Christoph Igel, stellvertretender Leiter des Instituts und Sprecher des Netzwerks. "In der Innovationskraft der sächsischen Forschung in Technologieentwicklung und Methodik liegt großes Potenzial“, sagte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow. Dieses Potenzial müsse auch für die Sicherheit Deutschlands genutzt werden.
Die Eröffnung des neuen Standorts in Leipzig steht im Zusammenhang mit einem größeren Wandel in Europa. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine investieren viele Staaten wieder stärker in Sicherheits- und Verteidigungsforschung. Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Militärtechnik, sondern auch um Cyberangriffe, Desinformation im Internet und den Schutz kritischer Infrastruktur wie Energie- oder Kommunikationsnetze. Forschungsinstitute, Universitäten und Unternehmen arbeiten dabei zunehmend enger zusammen, um neue Technologien schneller in die praktische Anwendung zu bringen.