Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Wissensland

Neuer Standort für Verteidigungs- und Cybersicherheitsforschung in Leipzig

Wer greift an – und wie? Forschende des Fraunhofer FKIE in Leipzig arbeiten daran, Cyberbedrohungen früh zu erkennen und abzuwehren.
Unsichtbare Bedrohung: Hackerangriffe und Desinformation gehören zur modernen Kriegsführung. Sächsische Forschende entwickeln Technologien, die schneller schützen sollen. © pixabay
Von: Wissensland
Cyberangriffe, Desinformation, hybride Kriegsführung – moderne Bedrohungen sind komplex und unsichtbar. In Leipzig forscht jetzt das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE) daran, wie Deutschland solche Risiken früh erkennen und abwehren kann. Gleichzeitig startet ein neues sächsisches Forschungsnetzwerk, das 18 Einrichtungen im Freistaat vernetzt.

Cyberangriffe, Desinformation und Sabotage gelten weltweit als wachsende Herausforderungen für moderne Gesellschaften. Genau mit solchen Bedrohungen beschäftigt sich das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie (FKIE). Nun auch in Leipzig.

Das Fraunhofer FKIE hat jetzt seinen neuen Standort in Leipzig offiziell eröffnet. Das Institut zählt zu den führenden Einrichtungen für Verteidigungs- und Sicherheitsforschung in Deutschland. Über 150 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Industrie sowie von NATO und Bundeswehr kamen zur Eröffnungskonferenz. Der sächsische Wissenschaftsstaatsminister Sebastian Gemkow eröffnete die Veranstaltung.

Mehr aus dieser Kategorie

Cyberangriffe erkennen, bevor sie Schaden anrichten

"Cyberangriffe, Desinformation oder Sabotage treffen unsere Gesellschaft zeitlich und räumlich verteilt", sagte Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Deshalb sei es wichtig, dass Lösungen schnell aus dem Labor in die Anwendung kommen. In Leipzig konzentriert sich das Institut auf zwei Schwerpunkte. Zum einen "Software Defined Defence" – das bedeutet, dass Verteidigungssysteme zunehmend durch Software gesteuert werden statt durch fest vorgegebene Hardware. Zum anderen Cybersicherheit und Resilienz, also die Fähigkeit, auch nach Angriffen oder Störungen handlungsfähig zu bleiben.

In diesem Jahr arbeiten bereits 15 Mitarbeitende am neuen Standort in Leipzig. Zusätzlich ist das Fraunhofer FKIE in Sachsen noch an zwei weiteren Projekten beteiligt: einem "Lernlabor Cybersicherheit" zur digitalen Forensik an der Hochschule Mittweida und einem Forschungslabor für landbasierte Operationen in Löbau in der Oberlausitz.

Ein neues Forschungsnetzwerk für Sachsen

Die Eröffnung in Leipzig war zugleich der Startschuss für das neue Forschungsnetzwerk "Innovation in Integrierter Sicherheit und Nachhaltigkeit", kurz I2SN. Darin forschen 18 Institute und Professuren in Sachsen gemeinsam an Sicherheitsfragen und zu Themen wie Cybersicherheit, Energie und Materialien. Finanziert wird das Netzwerk durch EU-Mittel.

Das Fraunhofer FKIE leitet darin den Bereich Cyber/IT. "Mit unseren neuen Aktivitäten in Mittel- und Ostdeutschland stärken wir den Transfer in die regionale Industrie und Wirtschaft und bereiten den Boden für neue Innovation im Freistaat Sachsen", erklärte Prof. Dr. Christoph Igel, stellvertretender Leiter des Instituts und Sprecher des Netzwerks. "In der Innovationskraft der sächsischen Forschung in Technologieentwicklung und Methodik liegt großes Potenzial“, sagte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow. Dieses Potenzial müsse auch für die Sicherheit Deutschlands genutzt werden.

Die Eröffnung des neuen Standorts in Leipzig steht im Zusammenhang mit einem größeren Wandel in Europa. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine investieren viele Staaten wieder stärker in Sicherheits- und Verteidigungsforschung. Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Militärtechnik, sondern auch um Cyberangriffe, Desinformation im Internet und den Schutz kritischer Infrastruktur wie Energie- oder Kommunikationsnetze. Forschungsinstitute, Universitäten und Unternehmen arbeiten dabei zunehmend enger zusammen, um neue Technologien schneller in die praktische Anwendung zu bringen.

Wissensland
Artikel von

Wissensland

Wissensland ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

METIS