Die Herstellung von Baustoffen wie Zement, Ziegeln oder Beton verursacht große Mengen CO₂. Forschende der TU Bergakademie Freiberg wollen deshalb aus Abfällen einen Baustoff entwickeln, der deutlich klimafreundlicher ist. Anfang Mai 2026 erteilte das Europäische Patentamt der TU Bergakademie Freiberg ein Patent für einen Leichtstein aus Ziegelresten und sogenannten Geopolymeren. Patentiert wurde dabei nicht der Stein selbst, sondern das Verfahren, mit dem die Forschenden die Leichtsteine herstellen.
Geopolymere sind eine Art künstliches Gestein. Sie können ähnlich eingesetzt werden wie Zement, verursachen bei der Herstellung aber deutlich weniger CO₂. Die Rohstoffe stammen aus Bergbaurückständen, also aus dem, was beim Abbau von Bodenschätzen übrig bleibt. Mehr als 99 Prozent des neuen Bausteins bestehen aus Sekundärrohstoffen, also aus Reststoffen und Nebenprodukten, die sonst häufig entsorgt oder nur eingeschränkt genutzt würden.
Weg frei für praktische Anwendung
Der neue Baustoff ist leicht, gut dämmend, nicht brennbar und widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen sowie viele Chemikalien. Seine Herstellung kommt ohne besonders energieintensive Prozesse aus. Nach Angaben von Bertau erreicht das Material ähnliche oder sogar bessere Eigenschaften als herkömmliche Ziegel und Beton. Die Technologie wurde bereits mit dem sächsischen Landespreis Baupraxis der Zukunft ausgezeichnet.
Bis die Leichtsteine tatsächlich in größerem Maßstab eingesetzt werden, sind allerdings weitere Entwicklungsschritte notwendig. Mit dem Patent ist nun die Grundlage geschaffen, die Technologie in Richtung praktischer Anwendung weiterzuentwickeln.