Das Smartphone fragt die Cloud, die Kamera fragt den Server, die Maschine fragt das Rechenzentrum. Fast alle smarten Geräte schicken ihre Daten erst ins Internet bevor sie "denken" können. Das soll in Zukunft anders funktionieren. Im Forschungsverbund EdgeVision arbeiten Forschende der Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG) gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft an einem Chip, der Künstliche Intelligenz direkt ins Gerät bringt.
Das Projekt heißt EdgeVision. "Edge" steht dabei für den Ort, an dem die Daten entstehen – etwa in einer Kamera, einem Sensor oder einem Messgerät. Genau dort soll KI künftig rechnen, statt Daten erst in ein Rechenzentrum oder eine Cloud zu schicken. Das spart Zeit, schützt sensible Informationen und macht Geräte unabhängiger von einer stabilen Internetverbindung.
Sachsens Wirtschaft soll profitieren
EdgeVision ist ein Verbundprojekt. Mehrere Unternehmen und Forschungseinrichtungen arbeiten gemeinsam. Das Projekt verbindet drei Zukunftsfelder: Künstliche Intelligenz, Mikroelektronik und Digitalisierung. Für die Region Zittau und Görlitz bedeutet das nicht nur neue Forschung, sondern auch die Chance, neue Technologien schneller in Unternehmen und Produkte zu bringen. Was im Labor entsteht, soll bald in der Praxis ankommen.
Das große Ziel aller Partner ist jedoch klar. KI soll künftig dort eingesetzt werden, wo die Daten entstehen – schnell, energiesparend und ohne ständige Verbindung zur Cloud.