Milliarden Bakterien leben in unserem Darm. Sie helfen bei der Verdauung, beeinflussen das Immunsystem und könnten künftig sogar dabei helfen, Krebs besser zu behandeln. Genau das untersucht ein internationales Forschungsteam unter Dresdner Leitung.
Das Projekt heißt METRICs und wird von Dr. Mohamed Elgendy koordiniert, der am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Medizinischen Fakultät der TU Dresden forscht. Das europäische Förderprogramm ERA-NET Transcan stellt dafür rund zwei Millionen Euro bereit. METRICs ist damit das bislang größte geförderte Vorhaben in dieser Förderlinie seit ihrer Gründung im Jahr 2011. Sieben Partnerinstitutionen auf drei Kontinenten arbeiten gemeinsam an neuen Behandlungsstrategien gegen Krebs.
Daten von Hunderten Patienten
Im Rahmen von METRICs werden Proben von insgesamt 400 Krebspatienten an drei Studienzentren untersucht. Mit modernen Analyseverfahren lassen sich gleichzeitig Tausende von Stoffwechselprodukten und Genen messen. So wollen die Forschenden herausfinden, welche Veränderungen im Körper darüber entscheiden, ob eine Therapie wirkt. Daraus sollen konkrete, neue Behandlungsstrategien entstehen, die in klinischen Studien getestet werden können. Langfristiges Ziel ist eine personalisiertere Krebsmedizin, also Therapien, die besser auf den einzelnen Menschen abgestimmt sind.
Wissenschaftler auf der ganzen Welt untersuchen derzeit intensiv, wie das Mikrobiom den Verlauf von Krebserkrankungen beeinflusst. Erste Studien zeigen, dass Darmbakterien eine wichtige Rolle für den Erfolg von Immuntherapien spielen können. Das METRICs-Projekt geht einen Schritt weiter, indem es Mikrobiom, Stoffwechsel und Therapieansprechen gemeinsam betrachtet. Gleichzeitig steht die Forschung noch am Anfang. Ob sich daraus tatsächlich neue Therapien für Patienten entwickeln lassen, müssen erst klinische Studien zeigen.