Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban wollen am Montag (19. August) in der westungarischen Grenzstadt Sopron gemeinsam an die Grenzöffnung vor 30 Jahren erinnern. Am 19. August 1989 waren beim sogenannten Paneuropäischen Picknick unmittelbar an der Grenze zu Österreich rund 600 DDR-Bürger spontan in den Westen geflüchtet.
Die Massenflucht bei dem von zivilen Vereinen veranstalteten Picknick war der Vorlauf zur generellen Öffnung der ungarischen Westgrenze für Zehntausende in Ungarn festsitzende ausreisewillige DDR-Bürger. Dies war ein entscheidender Schritt zum Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989. Der Festakt am Montag mit Merkel und Orban findet in der Evangelischen Kirche in Sopron statt.
Mit ihrer Reise bringe die Kanzlerin ihre hohe Wertschätzung für den besonderen Beitrag zum Ausdruck, den Ungarn bei der Vollendung der Freiheit und Einheit Deutschlands geleistet habe, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Zugleich ist das Verhältnis zwischen Berlin und Budapest deutlich abgekühlt, nachdem der rechtskonservative Orban 2010 in Ungarn an die Macht gekommen war.