Der bisherige Eigentümer Prevent will den nach monatelangem Streit vereinbarten Verkauf des Autozulieferers Neue Halberg Guss (NHG) nachträglich abblasen. Ein Sprecher erklärte im Auftrag der Prevent-Gruppe am Freitag, man werde vom «vertraglichen Rücktrittsrecht Gebrauch machen»: «Die vor einigen Wochen angekündigten Sanierungsmaßnahmen mit einem Abbau von mehr als 200 Stellen in Saarbrücken und der Schließung des Werks in Leipzig zum 31. März 2019 müssen damit kurzfristig beginnen.» Als Grund wurde genannt, dass der Großkunde Volkswagen durch einen Pfändungsbeschluss Anspruch auf Rechte am NHG-Vermögen erhebe. Wichtige Grundlagen des beschlossenen Verkaufs an ein Konsortium seien so nicht mehr gegeben.
VW wies diese Interpretation zurück. «Die Sicherungsmaßnahmen haben keinen Einfluss auf den erfolgten Verkauf der NHG», erklärte eine Sprecherin. Die strittige Summe beziehe sich auf den Kaufpreis, den Prevent gefordert habe, nicht auf den Gesamtwert des Firmenvermögens. «Die Werke könnten damit sofort unter neuer Führung produzieren, während Volkswagen und Prevent die Ansprüche gerichtlich klären lassen.» Die Rückabwicklung des Verkaufs sei «völlig unverständlich».