Der Schwung des Deutschland-Tickets muss nach Ansicht des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) für einen hochwertigen Ausbau des ÖPNV genutzt werden. Mit der bundesweiten Nutzung des Tickets gehe auch eine Erwartungshaltung einher, die nicht immer adäquat eingelöst werden könne, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann bei der Jahrestagung am Mittwoch in Leipzig. «Die Fahrgäste kaufen dieses Ticket nicht nur, weil es günstig ist, sondern auch weil sie es überall in Deutschland nutzen wollen.»
Angebotsdichte und Qualität des ÖPNV sind bundesweit demnach sehr unterschiedlich. «In den Ballungsräumen brauchen wir bei gutem Angebot dringend zusätzliche Kapazitäten. Und in vielen ländlichen Räumen brauchen wir ebenso dringend insgesamt ein besseres Angebot», betonte Wortmann.
Gut sieben Wochen nach dem Start seien bis zu elf Millionen Ticket-Abos verkauft worden, wie der VDV am Mittwoch auf seiner Jahrestagung in Leipzig mitteilte. Nach aktuellem Stand haben im Juni etwa 9,6 Millionen Fahrgäste das Deutschland-Ticket genutzt, im Mai waren es etwa 9 Millionen.