Mit einem Festakt hat die Deutsche Bahn die Modernisierung des 2,8 Kilometer langen Chemnitzer Bahnbogens abgeschlossen. Die innerstädtische Strecke ist Teil der Sachsen-Franken-Magistrale nach Bayern und wurde in den vergangenen Jahren einer umfangreichen Kur unterzogen. Dabei wurden Gleise erneuert, Halte barrierefrei umgebaut und besser an Bus und Straßenbahn angeschlossen; vier Brücken wurden neu gebaut, Oberleitungen und Signalanlagen erneuert sowie neue Lärmschutzwände errichtet. Bahnfahrer sollen so von verlässlicheren und pünktlicheren Zügen profitieren. Künftig soll sich die Fahrtzeit von Dresden nach Hof auf zweieinhalb Stunden verringern.
Herzstück des Bahnbogens ist das historische Viadukt aus Stahl, das zwischen 1901 und 1910 erbaut wurde. Die ursprünglichen Pläne sahen den Abriss vor. Das war auf heftige Kritik gestoßen, eine Bürgerinitiative hatte dagegen mobil gemacht. Das Eisenbahn-Bundesamt hatte das Vorhaben schließlich gestoppt und 2018 den Abriss aus denkmalschutzrechtlichen Gründen abgelehnt. «Die Instandsetzung ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Denkmalsschutz, historische Bahnarchitektur und neue Technikstandards zusammengehen können», erklärte nun Ingrid Felipe, Vorständin der Bahn-Tochter InfraGO. Der Bahnverkehr rollt dort bereits seit dem Frühjahr wieder zweigleisig.