Keine Großveranstaltungen, weniger Pendler und kaum Schüler: In der Corona-Krise sind weniger Menschen als üblich mit Bus und Bahn unterwegs gewesen. Vor allem die Monate des Lockdowns haben den Verkehrsbetrieben im Freistaat drastische Einbußen beschert. Der Sächsische Städte- und Gemeindetag (SSG) geht nach Hochrechnungen davon aus, dass die Einnahmeausfälle im sächsischen ÖPNV in diesem Jahr mit rund 138 Millionen Euro zu Buche schlagen. Zwar hilft der Bund dem öffentlichen Nahverkehr mit einem Konjunkturpaket. «Es ist allerdings absehbar, dass der sächsische Anteil letztlich nur gut die Hälfte der Einnahmeausfälle abdecken wird», sagte SSG-Geschäftsführer Mischa Woitscheck. Um die Verluste ausgleichen zu können, fordert der SSG daher eine Aufstockung der Mittel durch Bund und Land.
Das Verkehrsministerium verweist auf den Rettungsschirm für den öffentlichen Nahverkehr, an dem sich der Bund mit rund 2,5 Milliarden Euro beteiligen will. Aktuell arbeite man an den konkreten Modalitäten zur Unterstützung des ÖPNV, hieß es. Dazu stimmten sich die Länder über eine bundesweit einheitliche Richtlinie ab.