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Mehr Schlaglöcher nach Winter – Kommunen kämpfen mit Schäden

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Behörden nach dem Winter viele Straßenschäden festgestellt. / Foto: Heiko Rebsch/dpa
In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Behörden nach dem Winter viele Straßenschäden festgestellt. / Foto: Heiko Rebsch/dpa

Nach dem Winter melden viele Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mehr Schlaglöcher als in den Vorjahren. Die genaue Schadenshöhe ist oft noch unklar – Reparaturen laufen teils schon.

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Kommunen nach dem Winter viele Straßenschäden festgestellt. Häufig lassen sich Umfang und Schadenshöhen aber bisher nicht beziffern, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Kommunen und Ländern ergab. 

«Der Winter ist zwar noch nicht vorbei, ich gehe aber davon aus, dass für die Schadensbeseitigung in diesem Jahr mehr Geld in die Hand genommen werden muss als in den Jahren zuvor», sagte etwa Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens (FDP). Besonders die häufigen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter setzten den Straßen zu.

Durch Temperaturschwankungen um den Gefrierpunkt dringt Wasser in vorhandene Risse und Poren der Fahrbahndecken ein, gefriert, dehnt sich aus und zieht sich beim Auftauen wieder zusammen. Diese wiederkehrende Belastung führt vermehrt zu Schlaglöchern, Aufbrüchen und kleineren Schadstellen.

Städte und Landkreise erwarten hohe Kosten

Die Städte Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau teilten etwa auf Anfrage mit, es gebe mehr Schlaglöcher als in den Vorjahren. Auch aus dem Landkreis Börde heißt es, die Schäden seien nach diesem Winter wesentlich höher als in den vergangenen fünf Jahren. Ähnlich wird die Lage im Landkreis Anhalt-Bitterfeld eingeschätzt.

Im Landkreis Mansfeld-Südharz sind dagegen nicht mehr Schäden an den Kreisstraßen zu verzeichnen als in den vergangenen Jahren. Der Kreis rechnet damit, dass rund 40.000 Euro notwendig sein werden, um die witterungsbedingten Schäden auszubessern.

So werden kleinere Löcher derzeit repariert

Kleinere Löcher werden vielerorts aktuell mit Kaltasphalt repariert. «Kaltasphalt ist aufgrund seiner Produkteigenschaften geeignet für Sofortreparaturen auch bei Minusgraden», teilte der Landkreis Stendal mit. Ab März kann dann Heißasphalt für Reparaturen eingesetzt werden.

Die Kosten variieren dabei stark, wie das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) erläuterte. Für kleinere Ausbesserungen mit Kaltmischgut liegen die Materialkosten demnach bei etwa 1,- bis 2,50 Euro pro Kilogramm. Ein Schlagloch von rund 40 Litern Volumen verursacht Materialkosten von ungefähr 140 Euro.

Auch in Thüringen hat der Winter für etliche neue Hindernisse für Autofahrerinnen und Autofahrer gesorgt. Einige Landkreise berichten von teils deutlichen Schäden auf ihren Kreisstraßen. Im Saale-Holzland-Kreis etwa bewegt sich der Schaden im sechsstelligen Bereich, wie eine Sprecherin sagte. In diesem Winter gebe es mehr Schlaglöcher als in den vergangenen Jahren. Ähnliches berichteten auch die Landkreise Eichsfeld oder Nordhausen. Die Stadt Gotha geht sogar davon aus, dass sich die Schäden in etwa verdoppeln.

Noch kein genauer Überblick zur Lage in Thüringen

Andernorts bewegten sich die Schäden aber im Bereich der vergangenen Jahre. Aus dem Weimarer Land etwa hieß es, die Frostperiode in diesem Jahr sei vergleichsweise konstant verlaufen. Die Stadt Gera berichtete von einer überschaubaren Anzahl von Schlaglöchern - allerdings seien diese größer geworden. Das liege daran, dass vermehrt alte «Flickstellen» aufbrechen. In vielen Landkreisen sind auch noch keine Bestandsaufnahmen erfolgt.

Das Thüringer Infrastrukturministerium hat aktuell noch keinen Überblick darüber, wie stark der Winter den Landesstraßen zu schaffen machte. Die aktuelle Wintersaison laufe noch bis Ende April. Erst danach werde eine Bestandsaufnahme gemacht, so ein Sprecher. 

Keine zusätzlichen Mittel für Reparaturen

Auch in Sachsen liegt ein Überblick über die Winter- und Frostschäden noch nicht vor. Erst bei der jährlichen Frühjahrsbefahrung nach Abschluss der Wintersaison stellt das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV) gemeinsam mit den Landkreisen die Schäden fest.

Bis dahin beheben die Landkreise akute Gefahrenstellen kurzfristig mit sogenannten Winterflickungen, bei denen Kaltmischgut zum Einsatz kommt. Die Mittel für die Reparaturen kommen laut LASuV aus dem regulären Budget, das Bund und Land für die Straßenunterhaltung zur Verfügung stellen. Besondere Mittel für Winterschäden gibt es nicht.

Schlagloch sorgt für stundenlange Sperrung in Leipzig

Im benachbarten Leipzig sorgte am Montagmorgen ein Schlagloch mit acht bis zehn Zentimetern Tiefe für eine stundenlange Straßensperrung in der Innenstadt. Die Reparatur kostete nach Angaben der Stadt etwa 1.500 Euro. In den Wochen zuvor war es bereits zu diversen Schäden im gesamten Stadtgebiet gekommen. 

Die Stadt geht daher von einer überdurchschnittlichen Schadensbilanz im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren mit eher milden Wintern aus, wie eine Sprecherin mitteilte. Eine abschließende Bestandsaufnahme ist demnach noch nicht erfolgt.

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