Nachts bietet sich vielerorts an Sachsens Autobahnen das gleiche Bild: LKW stehen auf den Parkplätzen dicht an dicht. Häufig parken einige in den Zu- und Abfahrten, weil kein regulärer Platz mehr frei ist. «Es ist eine Katastrophe», sagt der Geschäftsführer des Landesverbandes des Verkehrsgewerbes, Dietmar von der Linde, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir brauchen dringend mehr Parkplätze.» Vor allem an der A4 und der A14 sieht er Engpässe. Dabei reiche es nicht, Parkplätze zu erweitern. «Es müssen auch neue gebaut werden.» Alles andere sei ein Tropfen auf den heißen Stein.
Alle fünf Jahre werden bundesweit Daten zu Stellflächen für LKW an den Autobahnen erhoben. Neue Ergebnisse werden im Laufe des Jahres erwartet. Die letzte Zählung für Sachsen 2018 ergab eine Kapazität von 2715 LKW an Rastanlagen und Autohöfen. Dem standen im Schnitt mehr als 4200 abgestellte LKW in den Nachtstunden gegenüber. Folglich fehlten gut 1500 Stellplätze.
«Das ist ein Wettlauf, den man kaum gewinnen kann», konstatiert Helmut Büschke, Vorstand für Verkehr und Technik beim ADAC Sachsen. Denn der LKW-Verkehr auf den Autobahnen nehme immer weiter zu. Wenn die Fahrer keinen Stellplatz finden und stattdessen abseits parken müssen - etwa in den Zufahrten - dann entstünden Gefahrenstellen für Unfälle, erklärt der Experte: «Dann wird es richtig gefährlich.» Allerdings hätten die Fahrer angesichts der Knappheit an Stellplätzen häufig keine andere Wahl, betont von der Linde. Schließlich müssten sie ihre gesetzlich vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten einhalten.