Nach jahrelangen Finanzschwierigkeiten und zuletzt Kurzarbeit haben die deutschen Tochtergesellschaften des Schweizer Solarherstellers Meyer Burger mit zusammen gut 600 Mitarbeitern Insolvenz beantragt. In Sachsen trifft es die Meyer Burger Germany in Hohenstein-Ernstthal im Landkreis Zwickau, wo 289 Personen im Maschinenbau und in der Technologieentwicklung beschäftigt sind, in der Solarzellenfertigung Meyer Burger Industries in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt sind es 331 Beschäftigte.
Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) sieht in der Insolvenz von Meyer Burger den Endpunkt einer Entwicklung, die sich seit Jahren abzeichnete. «Es ist ein Sinnbild für den schleichenden Niedergang einer Branche in Sachsen und Deutschland», sagte er in Dresden. Das sollte Mahnung sein, künftig besser auf eigene Interessen und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu achten. «Wir dürfen nicht riskieren, dass wichtige Technologien und gut bezahlte Arbeitsplätze verloren gehen, weil konkurrierende Staaten entscheidende Industriezweige subventionieren.»
Unternehmen schon länger in Schwierigkeiten
Die Meyer Burger Technology AG mit Hauptsitz in der Schweizer Stadt Thun erforscht, entwickelt und produziert Solarzellen und -module. Sie betreibt auch ein Forschungszentrum und eine Maschinenfabrik in Hohenstein-Ernstthal sowie ein Testzentrum in Freiberg. Schon vor Monaten hatte das angeschlagene Unternehmen, das sich derzeit in Restrukturierung befindet, einen Stellenabbau weltweit angekündigt.