Die Aronia-Ernte in Sachsen und Brandenburg fällt in diesem Jahr nahezu aus. «Es ist eine Katastrophe», sagte Jörg Holzmüller vom Dresdner Unternehmen Aronia-Original. Er arbeitet mit mehreren Landwirten in Sachsen, Brandenburg und Nordhessen zusammen, die Beeren zur Verarbeitung liefern. Die Spätfröste im Mai hätten den Pflanzen zur Blütezeit so zugesetzt, dass kaum Beeren an den Sträuchern hingen, erklärte Holzmüller. Die Pflanze sei zwar frostresistent, aber die junge Blüte anfällig. Über mehrere Tage hinweg habe es im Mai Nachtfröste mit Temperaturen bis zu minus sieben Grad gegeben. «Das konnten die jungen Blüten nicht überleben.»
Auf Sachsens größter Plantage bei Coswig, wo die Früchte auf einer Fläche von rund 80 Hektar wachsen, wird in diesem Jahr nicht geerntet. «Es sind ein paar Beeren dran, aber dafür lohnt sich der kostenintensive Aufwand nicht», so Holzmüller.
Auch im Spreewald in Brandenburg, wo Heinz Peter Frehn Aronia anbaut, fällt die Ernte mehr oder weniger aus. Der Landwirt rechnet mit einem Verlust von 70 bis 80 Prozent. In vier Wochen werde vielleicht das noch gerettet, was an den Pflanzen gereift sei. «Bereits im Vorjahr fiel die Ernte wegen Frostschäden aus», sagte er. Seitdem die ersten Pflanzen vor acht Jahren auf einer Fläche von 100 Hektar gesetzt wurden - fünf Jahre dauert es bis zur ersten Ernte - konnten erst zweimal Früchte gepflückt werden. 2018 habe der Ertrag bei 700 Tonnen gelegen. Man müsse sich mit dem Wetter und der Situation arrangieren, sagt er. «Aufgeben ist keine Alternative.»