Die Pläne des französischen Zug- und Bahntechnik-Hersteller Alstom zum Personalabbau in deutschen Werken haben in Sachsen harsche Kritik ausgelöst. Alstom hat Standorte in Bautzen und Görlitz - die früheren Bombardier-Werke. Man müsse eine «Anpassung der Positionen in der Fertigung» vornehmen, teilte Alstom mit. Dafür sei eine Spanne von 900 bis 1300 Stellen im Gespräch.
Über die Pläne wurde am Freitag betriebsintern diskutiert. Auch die Landesregierungen in Hannover und Dresden seien im Bild, hieß es. Verschiedene Angaben kursierten zur Umsetzung: Teils war von ersten Kürzungen bis zum kommenden Frühjahr die Rede, während Alstom von einem Gesamtzeitraum von drei Jahren sprach.
Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) reagierte mit «absolutem Unverständnis». In Görlitz sollten bis zu 400 und in Bautzen bis zu 150 Arbeitsplätze gestrichen werden, sagte er nach Gesprächen mit dem Betriebsrat. «Dieses vergiftete Weihnachtsgeschenk ist völlig inakzeptabel.» Beratungen mit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) seien in Vorbereitung: «Ich erwarte, dass die Alstom-Führung ihren Beschluss revidiert und gemeinsam mit dem Betriebsrat eine Lösung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Region findet.» Alstom hatte die Werke Anfang 2021 von Bombardier übernommen.