Die Zahl der Gewaltdelikte an Bahnhöfen in Sachsen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Während es 2021 noch 472 Delikte waren, stieg die Zahl auf insgesamt 777 im vergangenen Jahr, wie die Bundespolizei mit Sitz in Pirna (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In der Statistik werden unter anderem Delikte wie Landfriedensbruch, Körperverletzung oder Bedrohung, aber auch Raub, Erpressung oder Tötungsdelikte erfasst.
Die Bundespolizei setze an Schwerpunkten solcher Delikte vermehrt Einsatzkräfte zur Gefahrenabwehr ein, hieß es. Dafür würden offene und verdeckte Maßnahmen an Bahnhöfen durchgeführt, erklärte ein Sprecher. In ihrer Arbeit stimme sich die Bundespolizei mit den Landespolizeien sowie mit der Deutschen Bahn (DB) ab.
Die Bahn erhebt auch eigene Zahlen, jedoch nur auf Bundesebene. Die von der Bundespolizei veröffentlichten Zahlen zu Gewaltdelikten an Bahnhöfen lägen über den eigenen Zahlen, sagte eine DB-Sprecherin auf Anfrage. Grund dafür sei, dass in der Statistik alle eingegangenen Anzeigen aufgeführt werden. Es werde jedoch nicht geprüft, ob die Anzeigen im Nachgang vor Gericht Bestand hätten. Generell sieht jedoch auch die Bahn einen zunehmenden Druck innerhalb der Gesellschaft, wodurch Anspannungen und Respektlosigkeiten im öffentlichen Raum und somit auch in den Bahnhöfen zunähmen.