Zweieinhalb Minuten. So lange dauert es normalerweise ungefähr, um mit der Fähre vom nordsächsischen Belgern auf die ostelbische Seite überzusetzen. Fährmann Enrico Schmidt (67) zuckt mit den Schultern und zeigt auf das ausgedörrte, steinige Ufer der Elbe: «Wenn die Fähre nicht fast auf dem Trockenen sitzt», sagt er.
Derzeit herrscht extremes Niedrigwasser. Seit Wochen schon steht die Fähre still. Statt zweieinhalb Minuten über den Fluss müssen die Menschen 30 Kilometer Umweg über die nächste Brücke in Torgau in Kauf nehmen. «So krass wie jetzt war es noch nie», sagt Schmidt.